Recorded & Publishing

Onlinetantiemen bleiben ein Streitfall in Großbritannien

Während sich die unterschiedlichen Interessengruppen in der britischen Musikbranche über eine angemessene Vergütung bei Onlineverkäufen streiten, will die Blair-Regierung die Urheberrechtsgesetzgebung im Vereinigten Königreich auf den Prüfstand stellen. In einem Jahr sollen die Reformvorschläge auf dem Tisch liegen.

Während sich die unterschiedlichen Interessengruppen in der britischen Musikbranche noch über eine angemessene Vergütung bei Onlineverkäufen streiten, will die Blair-Regierung die Urheberrechtsgesetzgebung im Vereinigten Königreich auf den Prüfstand stellen. In einem Jahr sollen die Reformvorschläge auf dem Tisch liegen. Doch schon jetzt verschärft sich die Auseinandersetzung zwischen Urhebern und Lizenznehmern. Die Music Alliance, ein Zusammenschluss von rund 44.000 Autoren und Komponisten, die von den Urheberrechtsgesellschaften MCPS und PRS vertreten werden, hat am 2. Dezember eine Erhöhung des Tantiemensatzes für Downloadverkäufe gefordert. Statt den bisher in UK üblichen 6,5 Prozent des Verkaufspreises sollen es nach Wunsch der Music Alliance künftig zwischen neun und 11,5 Prozent sein. Damit stellt sich die Künstlervereinigung gegen die Tonträgerverbände BPI und AIM, die für eine Senkung dieser Tarife kämpfen.

Die Entscheidungsfindung in solchen Fragen könnte in Großbritannien demnächst anders verlaufen. Schatzkanzler Gordon Brown hat eine unabhängige Kommission beauftragt, das britische Urheberrecht unter die Lupe zu nehmen. Unter der Leitung des ehemaligen „Financial Times“-Chefredakteurs Andrew Gowers soll das Gremium herausarbeiten, an welchen Stellen die bestehende Rechtslage modernisiert werden könnte, um sie den Anforderungen des digitalen Zeitalters anzupassen. Dabei soll es auch um die Vergabe von Rechten und um die technologische und rechtliche Überwachung ihrer Einhaltung gehen. Auch das Procedere bei der Lizenzvergabe soll in diesem Zusammenhang untersucht werden.

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