Die Musikwirtschaft hält an ihrer Abschreckungsstrategie fest und will auch weiterhin Onlinepiraten im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten verfolgen: „In erster Linie müssen wir unsere Produkte schützen“, stellte IFPI-Chairman John Kennedy bei der Präsentation des aktuellen „Digital Music Report“ programmatisch klar. Alle Bemühungen um die kommerzielle Auswertung und Lizenzierung urheberrechtlich geschützter Werke seien wertlos, solange entsprechende Sicherheitsmaßnahmen ins Leere gingen. „Die Musikbranche hat bislang gut 20.000 Verfahren gegen Filesharer in 17 Ländern auf den Weg gebracht und wird diese Maßnahmen im neuen Jahr noch ausweiten“, betonte Kennedy.
Allerdings ließ der Cheflobbyist auch eine wohl durchaus realistische Einschätzung der Lage an der digitalen Pirateriefront durchblicken: „Mit dieser Strategie werden wir nicht bis an die Wurzeln des Problems gehen können“, sagte Kennedy. Allerdings sei die Strategie durchaus geeignet, die grassierende Piraterie einzudämmen. So hätten Nutzerumfragen gezeigt, dass die Abschreckung aufgehe: Jeder zweite, der sein P2P-Nutzungsverhalten zuletzt einschränkte, hätte dies aufgrund von Sorgen vor drohenden Konsequenzen getan, sagte Kennedy.
Mehr zum Thema IFPI: „Digital Music Report 2006“ (pdf)





