Thorsten Sandhaus, Geschäftsführer von Clipfish: Das geistige Eigentum ist der Rohstoff, auf dem letztlich unser gesamtes Tun basiert. Professionelle Inhalte kann es auch in Zukunft nur geben, wenn wir über ein funktionierendes Urheberrecht verfügen. Denn wie überall in der Wirtschaft gilt, dass Investitions- wie Innovationskraft nur dort möglich sind, wo ein stabiler und verlässlicher rechtlicher Rahmen existiert. Es ist Zeit für einen konstruktiven Dialog, den man sachlich und ohne Hysterie führen sollte. Für populistische Forderungen und Schnellschüsse ist das Urheberrecht nicht nur viel zu bedeutsam, sondern bei weitem auch zu komplex. In der Praxis haben wir schon vor Jahren als erster der großen Videoclip-Anbieter auf professionelle, lizenzierte Inhalte gesetzt und erzielen mittlerweile über 95 Prozent unserer Abrufe damit. Alle neuen Plattformen wie unsere Clipfish-Apps für Android, iPhone, iPad, HbbTV sowie unser neues Musik-TV-Angebot dooloop bestehen sogar ausschließlich aus professionellen lizenzierten Clips. In Hinblick auf die aktuellen GEMA-Diskussionen befürworten wir eine faire Mindestvergütung pro Stream für Musikvideos (so wie in User-Generated Content als Service für unsere Nutzer), da wir zum einen die kreative Lei – stung der Künstler schätzen, zum anderen auch die besonderen Herausforderungen der Musikindustrie sehen. Bei einer reinen Prozentvergütung besteht die Gefahr, dass Anbieter versuchen, über geringe Werbeauslastungen Marktanteile im umkämpften Musikvideomarkt zu gewinnen, und zwar auf Kosten der Künstler und der Vielfalt im deutschen Bewegtbildmarkt.
Onlinedienste im Steigflug
Um Piraterie zu bekämpfen, muss man nicht nach mehr attraktiven Angeboten rufen, sondern etwas gegen die Piraterie tun. Denn längst gibt es genug legale und attraktive Alternativen für Musikkonsum im Internet. Im MusikWoche-Diskurs zum Schutz der Urheberrechte kommen hier die digitalen Musikdienste zu Wort.






