Recorded & Publishing

Online-Report der IFPI macht Hoffnung

Die Musikindustrie steht mit ihrer Internetstrategie vor einem Wendepunkt – diese Schlussfolgerung zieht die IFPI in ihrem Online Music Report 2004.

Die wachsende Zahl legaler Onlinemusikdienste und die internationalen Aktivitäten der Musikwirtschaft zur Bekämpfung der Internetpiraterie werden 2004 zum ersten Mal zu „einer substanziellen Konsumentenwanderung von den unautorisierten freien Angeboten zu den legitimierten Alternativen der Industrie“ führen, prognostiziert IFPI-Chairman und CEO Jay Berman. Nach den Erfolgen von Anbietern wie Apple iTunes in den USA sind in Europa derzeit etwa eine halbe Million Personen bei 30 legalen Diensten registriert. Die Zahl der angebotenen Titel stieg im vierten Quartal 2003 um rund 30 Prozent auf 300.000, und für das erste Halbjahr 2004 erwartet die IFPI den Start von acht weiteren Diensten, darunter iTunes Europe, Napster 2.0 Europe, ein Musikangebot von Coca-Cola in Großbritannien und das deutsche PhonoLine.

Zudem sank das Angebot illegaler Files zwischen April 2003 und Januar 2004 von einer Milliarde auf 800 Millionen Stück. Zwar weiß bislang nur ein Viertel der Musikkonsumenten von legalen Downloadmöglichkeiten, dafür ist das Unrechtsbewusstsein bezüglich der illegalen Tauschbörsen inzwischen weit verbreitet – Spitzenreiter ist hier Deutschland. Mit 74 Prozent sind sich mehr Nutzer der Illegalität entsprechender File-Sharing-Dienste bewusst als in Großbritannien, Frankreich und Dänemark. Diese Länder verglich die GfK im Auftrag der IFPI für den Online Music Report (siehe Grafiken). „Die Anbieter haben sehr wohl ein Unrechtsbewusstsein, sie glauben nur, dass sie mit illegalen Angeboten nicht erwischt werden können. Dies ist jedoch ein Irrtum“, erklärt der deutsche Bundesverbands-Vorsitzende Gerd Gebhardt: „Wer jetzt nicht die Finger von Tauschbörsen lässt, muss mit Folgen rechnen.“

In Deutschland ist auch die Unterstützung für entsprechende juristische Aktionen gegen illegale Anbieter urheberrechtsgeschützter Musiktitel mit 60 Prozent am höchsten; sie liegt sechs Prozent über dem Durchschnittswert der verglichenen Länder. Die deutschen Phonoverbände sehen diese Zahlen als Erfolg ihrer Informationkampagne, mit der sie mehr als 1000 Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen angeschrieben und auf Urheberrechtsverletzungen und mögliche Sicherheitsrisiken durch illegale Downloads hingewiesen haben; etwa 30.000 illegale Anbieter erhielten Instant Messages als Warnung.

Den kompletten IFPI Online Music Report finden Interessierte als pdf-Dokument unter www.ifpi.org.