Vertreter der Online-Musikindustrie trafen sich am 4. November in Los Angeles, um im Rahmen der Veranstaltung Billboard Digital Entertainment Conference & Awards (DECA) das Geschäftsmodell Onlinevertrieb zu diskutieren. Janko Röttgers berichtet bei „heise online“, dass mit Yahoo, AOL, Napster, RealNetworks und Sony die großen Player versammelt waren – bis auf Apple.
Die Gespräche ergaben, dass die meisten Online-Musikanbieter Abodienste präferieren. Chris Gorog, Napster-Chef und CEO Roxio, hält das Single-Download-Modell für „nicht besonders konsumentenfreundlich“. Roxio/Napster erwirtschaftet Unternehmensangaben zufolge bereits 75 Prozent seines Umsatzes im Musikgeschäft mit Abodiensten. Auch Richard Wolpert, CSO von RealNetworks, ist überzeugt: „Letztendlich läuft alles auf Abos heraus.“ Mit Rhapsody und RealPlus Radio bedient Real insgesamt mehr als 650.000 Abonnenten. Legale Dienste können Wolpert zufolge zunehmend mit Tauschbörsen konkurrieren. Auch bei AOL gelten Abonnements als das bessere Geschäftsmodell. Dennoch glaubt Bill Wilson, Senior Vice President AOL, dass Einzelverkäufe den Onlinemarkt weiterhin dominieren werden. Sony-CTO Phil Wiser gab sich zurückhaltend: „Ich glaube nicht, dass irgendjemand jetzt schon sagen kann, ob es auf Einzel-Downloads oder Abos hinausläuft.“ Sony beschränkt sich derzeit auf das Anbieten von Einzel-Tracks.
Thema war auch die Wirksamkeit der juristischen Verfolgung von P2P-Nutzern. Während David Goldberg von Yahoo Music das Vorgehen der Musikindustrie in erster Linie für einen „PR-Schachzug“ hält, geht Wiser davon aus, so das nötige Unrechtsbewusstsein bei P2P-Nutzern schaffen zu können.





