Recorded & Publishing

OD2-Chef rügt Plattenfirmen

Charles Grimsdale, Chef des digitalen Vertriebsdienstleisters OD2, ist wenig erfreut über die Freigabepraxis der Plattenfirmen. Sie lassen sich seiner Ansicht nach zuviel Zeit, um Hits online verfügbar zu machen.

Charles Grimsdale, Chef und Mitgründer des digitalen Vertriebsdienstleisters OD2 – On Demand Distribution, ist wenig erfreut über die Freigabepraxis der Plattenfirmen. Weil es oft zu lange dauere, bis Fans in den Genuss von musikalischen Hochkarätern kommen, machte der Geschäftspartner von Peter Gabriel nun seinem Unmut gegenüber dem britischen Musikverlegerverband AGM Luft. Die Labels ließen Geld im Online-Verkauf liegen, weil sie es oft nicht rechtzeitig schaffen, ihre Top-Titel als Downloads ins Netz zu stellen, so Grimsdale. Obwohl seine Firma, die eine ganze Schar von digitalen Handels-Outlets in Europa mit Download-Ware beliefert, Verträge mit allen fünf Majors und vielen namhaften Indies hat, liefen zwischen 30 und 40 Prozent der Kundenanfragen ins Leere. Umfragen bei Usern hätten ergeben, dass von den Zahlungsunwilligen 20 Prozent als Grund angeben, dass sie die gewünschte Musik im Netz nicht finden. Hingegen verbuchen Europas 300 Top-Künstler über 80 Prozent der Anfragen in den Suchmaschinen. Deshalb ist für Grimsdale klar: „Die Labels geben die Online-Rechte ihrer größten Stars nicht schnell genug frei.“