Recorded & Publishing

NRW will Musik im Netz als Wachstumsmarkt erschließen

Die Content Commerce Initiative Nordrhein-Westfalen lud Vertreter der Musikindustrie in die Düsseldorfer Staatskanzlei, um über „Musik im Netz – Geschäftsmodelle und Vertriebsstrategien“ zu diskutieren.

Die Content Commerce Initiative Nordrhein-Westfalen lud Vertreter der Musikindustrie in die Düsseldorfer Staatskanzlei, um über „Musik im Netz – Geschäftsmodelle und Vertriebsstrategien“ zu diskutieren. Andreas Becker, Geschäftsführer des Management- und Technologieberatungsunternehmens Diebold, stellte dabei die Ergebnisse der Studie „Jahr 2 nach dem Bertelsmann-Napster-Deal: Waiting for a miracle?“ vor. Da dezentrale illegale Anbieter nicht vollständig aus dem Netz vertrieben werden könnten, so das Fazit der Untersuchung, müsste es das Ziel der Musikbranche sein, alternative, qualitativ hochwertige, serviceorientierte und labelübergreifende Online-Angebote zu entwickeln. Problem für die Industrie sei aber weiterhin die Kundenakzeptanz von kostenpflichtigen Modellen. Nach Ansicht Beckers erscheine der Klageweg gegen die kostenlosen Internetplattformen als nicht gangbar, da damit der eigenen Kundschaft vor den Kopf gestoßen werde. „Die Plattenbranche muss erst einmal ihre Hausaufgaben im Bereich Kundenmangement und -ansprache machen, um mit den technisch hoch entwickelten Gratis-Anbietern konkurrieren zu können,“ so Becker. Als mögliche Lösungsansätze wurden auf der Veranstaltung die zentrale Online-Plattform der deutschen Musikbranche, musicline.de, das Ende des Jahres auch in Deutschland startende von Vivendi Universal und Vodafone als Joint-Venture betriebene Portal Vizzavi sowie das Online-Modell von vitaminic.de vorgestellt. Musik im Netz habe eine große Zukunft, so Rainer Weiland, Leiter der Content Commerce Initiative der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen, zum Abschluss der Tagung. Der Medienstandort Nordrhein-Westfalen sei gut darauf vorbereitet, diesen Wachstumsmarkt in den kommenden Jahren zu erschließen.