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NPD Group klärt NARM-Händler auf

Bei der 48. Jahrestagung des US-Händlerverbands NARM hörten die Delegierten gute und schlechte Nachrichten. Die Nachfrage nach Musik ist so hoch wie nie, berichtete das Marktforschungsunternehmen NPD Group. Doch der Musikkonsum im stationären Einzelhandel bleibt rückläufig.

Bei der 48. Jahrestagung des US-Händlerverbands NARM hörten die Delegierten gute und schlechte Nachrichten. Die Nachfrage nach Musik ist so hoch wie nie, berichtete das Marktforschungsunternehmen NPD Group. Doch der Musikkonsum im stationären Einzelhandel bleibt rückläufig.

Musikfans konsumieren im Durchschnitt mehr Musik als früher, führte NPD-President Russ Crupnick aus, doch der Tonträgerhandel ist immer seltener die wichtigste Bezugsquelle. Nur noch zu 43 Prozent decken US-Musikkunden ihren durchschnittlichen Bedarf im Plattenladen – zwölf Prozent weniger als vor einem Jahr. Stattdessen versorgen sich die Fans im persönlichen Umfeld: per CD-Brennen, Rippen von CDs aus dem Freundeskreis oder per P2P-Filesharing.

Doch es sind nicht so sehr die Teenager, die als Kunden abhanden kommen. Vielmehr ist es die Altersgruppe der 36- bis 50-Jährigen, deren Käufe im Einzelhandel am stärksten nachlassen. Gut ein Fünftel aller Musikkäufer über 13 ist in dieser Altersgruppe und sie gab zuletzt 22 Prozent weniger für Tonträger aus als im Jahr 2002.

Es scheint vor allem die sich immer mehr verbreitende Ansicht zu sein, dass Musikprodukte einen mäßigen Gegenwert fürs Geld bieten, die den Absatz im Handel schrumpfen lässt. Nur 54 Prozent der Kunden halten Tonträger für einen Kauf mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei DVDs ist die Wahrnehmung ähnlich: 58 Prozent bescheinigen hier der Ware einen akzeptablen Gegenwert. Crupnick riet den Händlern und Labels deshalb zu mehr Innovationsfreude bei der Erstellung attraktiver Produktbündel und Dienstleistungen.

Händler müssten genauer herausfinden, wer ihre Stammkunden sind und welche Bedürfnisse sie haben. Dadurch ließe sich die Vermarktung der Ware zielgerichteter gestalten. Vor allem Kiosksysteme für den Verkauf von Wunsch-CDs, Klingeltönen und Downloads könnten für mehr Umsätze sorgen, doch dies bedürfe noch einer umfassenden Aufklärung der Kundschaft, meinte Crupnick. Bei NPD habe man festgestellt, dass rund 90 Prozent der CD-Käufer nicht wissen, was ein Musikkiosk ist.

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