Recorded & Publishing

Norwegen und die Niederlande forcieren Kampf gegen iTunes-DRM

Die europäische Front gegen das DRM-System im iTunes Store bekommt weitere Verstärkung. Nun haben auch die niederländischen Verbraucherschützer rechtliche Mittel gegen FairPlay eingeleitet. Unterdessen droht Apple in Norwegen der Prozess.

Die europäische Front gegen das DRM-System im iTunes Store bekommt weitere Verstärkung. Nun haben auch die niederländischen Verbraucherschützer rechtliche Mittel gegen FairPlay eingeleitet.

Der Consumentenbond hat am 25. Januar offiziell Klage gegen Apple bei der holländischen Kartellaufsicht Nederlandse Mededingingsautoriteit (NMa) eingereicht. Die Wettbewerbshüter sollen die nach Ansicht des Consumentenbond „illegalen Geschäftspraktiken“ im iTunes Store untersuchen. „Wir wollen, dass Apple die Beschränkungen entfernt, die es verhindern, dass Songs, die bei iTunes heruntergeladen wurden, auf anderen Playern als dem iPod abgespielt werden können“, erklärte Ewald van Kouwen, Sprecher der Verbraucherorganisation.

Damit muss sich Apple nun mit weiteren Vorwürfen aus einem EU-Land auseinandersetzen. Zuvor hatten sich schon in Schweden, Finnland, Norwegen, Deutschland und Frankreich verschiedene Verbraucherverbände gegen die Nutzungsbedingungen im iTunes Store gewandt und ein gemeinsames Vorgehen angekündigt.

Den bisher drastischsten Schritt unternahm nun die norwegische Verbraucherschutzorganisation Forbrukerrådet: Sollte Apple sein FairPlay-DRM bis Ende September nicht so verändern, dass es norwegischen Gesetzen entspricht, werde man die Amerikaner vor Gericht bringen, erklärte der Verbraucherombudsmann Bjørn Erik Thon. „iTunes bürdet Nutzern unzumutbare Beschränkungen auf, die mit norwegischem Recht nicht in Einklang stehen“, so Thon.

Sollte es zu einem Prozess kommen, wäre zunächst ein Wirtschaftsgericht zuständig, das empfindliche Geldstrafen verhängen könnte. Bei einem Berufungsverfahren würde der Fall an ein reguläres Gericht weitergereicht. Zur aktuellen Entwicklung liegt noch keine Stellungnahme von Apple vor. Am 22. Januar hatte Sprecher Tom Neumayr lediglich erklärt, dass man sich der verschiedenen Beschwerden bewusst sei und darauf hoffe, dass die europäischen Regierungen ein wettbewerbsfreundliches Umfeld fördern, das Raum für Innovationen lässt.

Mehr zum Thema