Der Ausgang des Fusionsverhandlungen in der Musikbranche ist ungewisser denn je. Bertelsmann und AOL Time Warner (AOL TW) konnten bislang keine Einigung bezüglich der geforderten Ausgleichszahlungen finden. Aufgrund der unterschiedlichen Bewertung von Warner Music und BMG will AOL TW von Bertelsmann 150 Mio. Dollar als Kompensation für ein 50:50-Joint-Venture. Dem Vernehmen nach will Bertelsmann aber nur maximal 100 Mio. Dollar bezahlen. Wall-Street-Experten schätzen die geplante Fusion auf einen Firmenwert von zwei bis 2,5 Mrd. Dollar. Damit scheint das Gelingen des Major-Mergers von 50 Mio. Dollar abhängig zu sein. Die beiden Konzerne hatten am 15. September ihre exklusive Verhandlungsfrist beendet und nicht verlängert. Nun können sich beide Seiten wieder nach Alternativen umsehen. Insider berichten, dass Warner bereits wieder mit der EMI Group verhandelt. Unternehmensnahe Kreise ließen US-Medien wissen, dass eine BMG-Warner-Fusion immer unwahrscheinlicher werde, je länger sich die Verhandlungen hinzögen. Am heutigen Donnerstag tagt der AOL-TW-Vorstand in New York. Es wird erwartet, dass Verhandlungsführer Jeff Bewkes dem Board vorschlägt, einen Deal mit EMI anzustreben. Nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ sei Bertelsmann bereit, „einen Teil seines Musikrechtegeschäfts“ zum Ausgleich der Firmenwerte an Warner/Chappell zu übergeben. Auch ein kompletter Verkauf von BMG Music Publishing sei denkbar. Jedenfalls wollen BMG und Warner auch weiter verhandeln, heißt es.
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