Recorded & Publishing

NO FAKES Act nimmt wichtige Hürde im US-Senat

Das Judiciary Committee des US-Senats stimmte am 18. Juni 2026 einstimmig für eine bundesweite Einführung des NO FAKES Act in die US-Gesetzbücher. Das Gesetz, das unter anderem von den Branchenverbänden der amerikanischen Musikindustrie unterstützt wurde, soll die Schutzrechte an Stimme und Bild stärken.

In den USA soll es künftig nicht mehr erlaubt sein, die Stimme oder das äußerliche Erscheinungsbild anderer Personen ohne deren Genehmigung digital nachzustellen – das ist zumindest die ganz simple Zusammenfassung des am 18. Juni im Judiciary Committee des US-Senats einstimmig angenommenen NO FAKES Acts (Nurture Originals, Foster Art, and Keep Entertainment Safe).

Ganz so einfach ist das natürlich nicht. Der Gesetzesentwurf enthält verschiedene Ausnahmen, unter anderem für Newsberichte, Biopics oder auch die kritische Auseinandersetzung mit Personen. Grundsätzlich etabliert der Act allerdings eine Grundlage für Urheberrechte an der eigenen Stimme und dem Erscheinungsbild.

Sollte der NO FAKES Act nun auch vom gesamten Senat angenommen werden, würde er es Personen ermöglichen, jeden zu verklagen, der unbefugt „digitale Nachbildungen“ ihres Bildnisses veröffentlicht. Genauso die Tech-Unternehmen, also vorrangig Plattformen, die dies ermöglichen. Bei direkter Entfernung der Inhalte sollen die Plattformen allerdings nicht haftbar gemacht werden können. Der NO FAKES Act lässt allerdings wie bei Urheberrechten auch hier eine Lizenzierung zu.

„Wir freuen uns über die heutige Verabschiedung des Gesetzentwurfs im Justizausschuss des Senats und erwarten dessen Verabschiedung noch in diesem Jahr mit großer Freude“, erklärt Mitch Glazier, Chairman und CEO des US-Musikindustrieverbands RIAA. „Eine außergewöhnliche, sektorübergreifende Koalition aus Vertretern der Kreativbranche, Kinderschutzorganisationen, Verfechtern des freien Marktes, Gewerkschaften, Verfechtern der Meinungsfreiheit und KI-Entwicklern hat sich zusammengeschlossen, um diese Schutzmaßnahmen für die Stimme und das Bildnis der Amerikaner vor ausbeuterischen, digitalen Deepfakes zu unterstützen.“

Neben den drei Musik-Majors, die in der RIAA zusammengeschlossen sind, erhält das Gesetz zudem Rückendeckung des Publishing-Verbands NMPA sowie der Recording Academy und YouTube-Chef Lyor Cohen, der sich in einem Gastkommentar bei „Variety“ einen Verweis auf sein Produkt Content-ID nicht verkneifen kann.. Sogar Tech-Konzerne wie Spotify, Google, TikTok oder OpenAI stützen den NO FAKES Act.

Wie jedes Gesetz hat auch dieses allerdings nicht nur Freunde. Einige Digital-Rights-Organisationen sowie der US-Verband der Gaming-Industrie meldeten Bedenken an. Letztere betonen unter anderem, das Gesetz mache keine Unterschiede zwischen legitimen Nachbildungen und schädigenden Deepfakes.

Dass der NO FAKES Act in seiner jetzigen Form angenommen wird, ist allerdings unwahrscheinlich. Vielmehr dürfte er vor einem finalen Go des vollständigen Senats noch mehrfach überarbeitet werden.