Eric Nicoli wehrt sich gegen die Ansicht, die Musikindustrie habe sich nicht den neuen Zeiten angepasst und biete den Menschen keine interessanten Künstler mehr. In einem Leserbrief an die „Financial Times“ versucht der Chairman der EMI Group mit seiner Sicht der Dinge, das Bild wieder gerade zu rücken. Die Zeitung hatte vor einigen Tagen die Zuschrift eines Lesers abgedruckt, der der Branche u.a. Überalterung vorwarf. Das konnte Nicoli nicht unkommentiert lassen: Der Verfasser müsse „einer der wenigen Menschen auf dem Planeten sein, denen entgangen ist, dass heutzutage mehr Musik von mehr Menschen konsumiert wird als je zuvor“.
Talentierten Künstlern vorzuwerfen, sie hätten nur minderen künstlerischen Wert, sei eine Beleidigung und schlichtweg falsch. „Fragen Sie doch mal die Fans von Norah Jones, Coldplay, Radiohead oder Kylie Minogue.“ Die Musikbranche sei ganz und gar nicht überaltert, sondern kreativ, dynamisch und am Puls der Zeit. Zufälligerweise sei jedoch ihr Produkt eines der ersten, das sich übers Internet vertreiben lässt. „Das Problem ist nur, dass die Technologie es auch viel leichter gemacht hat, unsere Musik zu stehlen. Deshalb brauchen wir die Unterstützung der Regierungen und der Gesetzgeber.“ Nicoli ist nicht der erste EMI-Mitarbeiter, der sich per Leserbrief bei der „Financial Times“ zu Wort meldet. Bereits im Juni hatte sich sein Kollege David Munns über die Berichterstattung des Blatts beschwert.






