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Nicoli liest der Mobilbranche die Leviten

EMI-Chef Eric Nicoli hat in seiner Rede beim Mobilfunkkongress CTIA Wireless dort weitergemacht, wo Warner-Music-Boss Edgar Bronfman bei der 3GSM-Messe aufgehört hatte: mit Kritik an den technologischen Unzulänglichkeiten beim mobilen Musikvertrieb.

EMI-CEO Eric Nicoli hat in seiner Rede beim Mobilfunkkongress CTIA Wireless 2007 in Florida dort weitergemacht, wo Warner-Music-Chef Edgar Bronfman jr. bei der 3GSM-Messe im Februar aufgehört hatte: mit Kritik an den technologischen Unzulänglichkeiten beim mobilen Musikvertrieb.

Dieses Geschäft berge das Potenzial für eine ungeheure Erfolgsstory, doch zuvor müssten Mobilfunkanbieter, Handyfirmen und Musikbranche ihre Zusammenarbeit verbessern. Im Vordergrund müsse dabei der Konsument stehen. „Wir werden unsere Ziele nicht erreichen, wenn wir so weitermachen wie bisher“, sagte Nicoli vor den Delegierten in Orlando. „Ohne unsere bisherigen Errungenschaften schmälern zu wollen, möchte ich doch darauf hinweisen, dass wir uns um einige wichtige Probleme kümmern müssen, wenn wir dieses Geschäft weiterbringen wollen. Wenn wir den Kunden immer nur das anbieten, was und wie wir als Industrie es wollen, wird es nicht funktionieren. Es gibt bei uns allen noch Verbesserungsbedarf.“

Nicoli hielt den Handyherstellern Apple als leuchtendes Beispiel vor. Die iPod- und künftig auch iPhone-Macher verstünden es wie kaum eine andere Firma in der Technologiebranche, es Kunden recht zu machen. Statt Käufern Produkte vorzusetzen, die alle Möglichkeiten des technologischen Fortschritts zu nutzen versuchen, entwickle Apple Geräte, die genau das können, was die Menschen wollen.

Der EMI-Chef griff damit die Kritik seiner Majorkollegen auf, die sich in letzter Zeit über die umständliche Bedienung der meisten verfügbaren mobilen Musikdienste beschwerten. Er schlug allen Herstellern einen Drei-Punkte-Test vor, den diese bei der Entwicklung ihrer Geräte im Kopf haben sollten: „1. Bieten Sie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. 2. Bauen Sie etwas Funktionelles und Alltagstaugliches. Und 3. Machen Sie Geräte, die leicht zu bedienen und zu verstehen sind.“

Nicoli schlug darüber hinaus vor, dass Netzanbieter ihren Kunden beim Kauf des Handys auch die Möglichkeit geben sollten, die Telefone vor Ort im Laden vorbespielt mit Musik zu kaufen. Auch die sinnvolle Einbindung von mobilem Ticketing sei ein wünschenswertes Detail.

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