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Neues iTunes sorgt für Gesprächsstoff

Die aktuelle Version der iTunes-Software ruft argwöhnische IT-Experten auf den Plan. Weil Apple bei der Einführung seines „MiniStore“ – einem digitalen Verkaufsberater – die Spy- und Adware-artige Funktionsweise des Programm-Updates nicht explizit erklärt, fühlen sich Kritiker an den Kopierschutzskandal von Sony BMG erinnert.

Die aktuelle Version der iTunes-Software ruft argwöhnische IT-Experten auf den Plan. Weil Apple bei der Einführung seines „MiniStore“ – einem digitalen Verkaufsberater – die Spy- und Adware-artige Funktionsweise des Programm-Updates nicht explizit erklärt, fühlen sich Kritiker an den Kopierschutzskandal von Sony BMG erinnert. „iTunes telefoniert nach Hause“ – so oder so ähnlich lauten derzeit die Überschriften in den einschlägigen Foren und News-Diensten.

Und in der Tat: Wer beim Betrieb von iTunes 6.0.2 den MiniStore aktiviert, öffnet für Apple die Hintertür seines Rechners. Damit die iTunes-Zentrale erkennen kann, welcher Titel von der lokalen Festplatte des Nutzers abgespielt wird, müssen Informationen über die Metadaten der jeweiligen Datei an einen Server übermittelt werden. Dieser Umstand macht iTunes de facto zur Spyware. Gleichzeitig übermittelt der Apple-Server Informationen über verfügbare Produkte im iTunes Store an die Nutzer und versendet damit Adware – schließlich will Apple Downloads verkaufen.

Ganz so schlimme Sicherheitslücken wie beim XCP-Kopierschutz von Sony BMG sind indes von iTunes nicht zu befürchten. Der MiniStore lässt sich jederzeit ausblenden und damit endet auch die Datenübermittlung an den Apple-Server. Zudem hat der Computerhersteller bereits versichert, dass das System nur die ID-Tags der Files identifiziert und keinerlei persönliche Daten über die Nutzer sammelt. Dennoch: Ein fahler Beigeschmack bleibt, zumal Apple weder vor noch nach der Installation von iTunes auf diese Funktionsweise seines Programms hinweist oder die Nutzer um ihr Einverständnis bittet.

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