Recorded & Publishing

Neuer General Manager zieht erste Bilanz: Universal will noch angriffslustiger werden

Rund 100 Tage nach seiner Beförderung zum General Manager von Universal Music Switzerland zieht Ivo Sacchi seine Anfangsbilanz. musikwoche.de sprach mit ihm über die Unternehmenserfolge, den Schweizer Markt und den anstehenden Umzug.

“Für 2002 erwarten wir ein deutliches Wachstum. In einigen Segmenten werden wir noch hartnäckiger, noch bissiger auftreten, als man das von uns schon gewohnt ist“, gibt Ivo Sacchi als Ziel aus. Mit dem Geschäftsverlauf im Jahr 2001 zeigt er sich zufrieden, die Umsätze seien im Vergleich zum Jahr 2000 etwa konstant geblieben. Mit der Ernennung von Hank Merk zum Head of Marketing setze das Unternehmen verstärkt auf kreative Konzepte, um die eigenen VÖs optimal zu präsentieren. Sacchi ergänzt: „Obwohl wir unsere Chart-Anteile in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert haben und bei den Alben bei 25,5 Prozent lagen, wollen wir die Marke von 30 Prozent erreichen.“

Dazu beitragen soll unter anderem der Ausbau der Katalogmarketingabteilung UM3, denn der Markt sei laut Sacchi offen für neue Compilation-Konzepte. Zum Beispiel erscheine das in der Schweiz entwickelte Konzept „Calming Park“ nun auch in Frankreich, Italien, Dänemark und Österreich. Durch gezielte Marketing- und Promotionaktivitäten will Sacchi auch die Vermarktung der deutschen Polystar-Produkte weiter vorantreiben, „damit wir in der Schweiz die neuen Brands noch stärker positionieren können“.

Universal will zudem den Fokus auf den Bereich lokale Produkte richten. Dabei verweist Sacchi auf die Erfolge, die Universal mit der Formation Tears erzielte: „Der erste Schweizer Act, der in den Singles-Charts direkt von Null auf Eins einstieg.“ Außerdem setzt er auf den Rapper Bligg: „Es gibt keinen Deutschschweizer-HipHop-Act, der so viele Alben und Singles verkauft hat.“

Allerdings warnt er vor übertriebenen Hoffnungen: „Mittelfristig wird der lokale Anteil am Umsatz mit Tonträgern höchstens zehn Prozent betragen.“ Und zur Schweizer Handelslandschaft ergänzt Sacchi: „Unsere Produkte haben im vergangenen Jahr fast allen Fachhändlern höhere Umsätze beschert. Für uns ist der Fachhandel wichtig, insbesondere da wir über einen umfangreichen und breit gefächerten Katalog, der auch Klassik und Jazz abdeckt, verfügen.“

Das Internet sieht Sacchi vor allem als Marketinginstrument, aber auch als Distributionskanal. „Die Internet- Strategie wird auf Konzernebene festgelegt und wir werden diese neuen Business-Modelle zum richtigen Zeitpunkt in der Schweiz implementieren und umsetzen. Wir schöpfen bereits heute die spannenden neuen Möglichkeiten, die das Netz zur direkten Kommunikation mit dem Konsumenten bietet, weitgehend aus.“

Anfang März steht für Sacchi und sein Team der geplante Umzug an: „Wir glauben, dass eine im Denken und Handeln junge Record Company in einem urbanen Umfeld arbeiten muss. Zürich West ist der aufkommende Stadtteil: kreativ, pulsierend, mitten in der Stadt, weit weg von Industriemief: Unsere 37 Mitarbeiter freuen sich jedenfalls sehr.“