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Neue RIAA-Klagen treffen auch eDonkey-Nutzer

Nachdem US-Gerichte die Betreiber von P2P-Netzen nicht für die Urheberrechtsverletzungen der Nutzer haftbar machen wollen, bleibt der Branchenverband RIAA bei seiner bisherigen Strategie und verklagt nun weitere 744 Filesharer. eDonkey-Chef Sam Yagan beschwert sich über die Vorgehensweise.

Nachdem die Gerichte in den USA die Betreiber von P2P-Netzwerken nicht für die Urheberrechtsverletzungen der Nutzer haftbar machen wollen, bleibt der Branchenverband RIAA bei seiner bisherigen Strategie und verklagt nun weitere 744 Filesharer. Wie bereits in den vorangegangenen Klagen der letzten Monate setzt der Verband wieder auf so genannte „Max-Mustermann-Klagen“ gegen Personen, deren Identitäten nicht bekannt sind. Außerdem reichte die RIAA erneut Klagen gegen 152 namentlich bekannte Personen ein, mit denen der Verband keine außergerichtliche Einigung erzielen konnte. Seit dem Beginn der umstrittenen Klagewelle zog die RIAA inzwischen fast 4700 Filesharer vor den Kadi. Die 744 neuen Mustermänner haben sich hauptsächlich in den P2P-Netzen KaZaA, Grokster, Limewire und eDonkey mit Musik versorgt. Die Verfolgung von eDonkey-Nutzern ist ein Novum. Das verhältnismäßig junge P2P-Netz galt in den letzten Wochen als Aufsteiger in der Filesharing-Community, das bislang von Anfeindungen aus der Entertainmentbranche verschont blieb. Laut President Cary Sherman reagiert die RIAA damit lediglich auf die sich verändernden Umstände in der P2P-Welt. Für Meta Machine, die Betreiber von eDonkey, kommt dieser Schritt indes als Überraschung. Man habe seit sechs Monaten mit den Rechteinhabern der Musikindustrie über Vertriebslizenzen verhandelt, so Sam Yagan, President der in New York ansässigen Firma. „Bis heute dachte ich eigentlich, dass wir ernstzunehmende Fortschritte bei den Labels machen. Für uns zeugt das nicht gerade von einem vertrauensvollen Verhältnis zwischen Geschäftspartnern.“

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