In New York rätselt die Branche derzeit über die Zukunft der Traditionsfirma Atlantic Records. Angeblich steht dort Co-Chairman Craig Kallman kurz vor der Entlassung. Insider berichten, dass es nur noch eine Frage von Tagen sei, bis sich die Warner Music Group (WMG) auch von Kallman trennen wird, der nach dem schroffen Rauswurf von Jason Flom die Leitung der Repertoiredivision übernommen hatte. Als Nachfolgerin gilt Atlantic-President Julie Greenwald, wenngleich manche Kritiker ihr die Kompetenz für den Chefsessel absprechen.
Doch wegen der aktuell wenig berauschenden Ergebnisse bei Atlantic scheint auch Warners US-Chef Lyor Cohen nicht mehr unantastbar. Beobachter sehen seinen Führungsstil seit geraumer Zeit mit Skepsis. Die Trennung von dem in der Branche hoch geachteten Flom galt als einsame Entscheidung Cohens, die Art Weise der Kündigung – Flom wurde aus dem Urlaub an den Flughafen von Los Angeles bestellt, wo ihm Cohen die Pressemitteilung zu seinem Abgang überreichte – sorgte ebenfalls nicht für Sympathiepunkte.
Und erst vor kurzem schien mit Paul-Rene Albertini ein weiterer altgedienter Warner-Manager an Cohens Ego gescheitert. Zur personellen Debatte bei Atlantic passt auch das anhaltende Gerücht, die WMG plane, ihre Westküstenabteilung – Warner Bros. Records und Warner/Chappell – aus Kostengründen zur WMG-Zentrale in New York zu verlegen.





