“Als ich zu Universal Music Publishing stieß, war der Verlag auf kreativer Seite seit einiger Zeit unbesetzt“, berichtet Markus Wenzel. Aus diesem Grund hat der einstige Geschäftsführer von Superstar Recordings das Team neu aufgestellt; er verpflichtete unter anderem einen A&R-Director und eine Managerin Song-Plugging, der ausschließlich das Synchronisationsgeschäft betreut: „Seit Anfang des Jahres stellt Michelle Ostadi als Songplugger das Bindeglied zwischen unseren Songwritern und den Labels und versorgt deren Interpreten mit Stücken – im Zeitalter der TV-Stars ein extrem wichtiger Bereich.“
Wenzel will im Kreativbereich in Zukunft noch mehr Akzente setzen und damit auch das Profil im Vergleich zu den Mitbewerbern stärken. Denn der Kritik an den Verlegern ist er sich bewusst: „Man wirft den Verlagen vor, sie seien eine Art Bank, die Geld gibt und dann nichts mehr von sich hören lässt. Das ist zwar überspitzt dargestellt, hat aber auch etwas Wahres.“ Die Verlage hätten es sich in den vergangenen zehn Jahren zu leicht gemacht, da ein Major-Katalog im Grunde von allein arbeite. „Dagegen lautet mein Ziel, unseren Partnern, Autoren und Bands mehr als nur die Finanzierung zu bieten. Wir verbinden Autoren untereinander, lokal sowie international, stellen Kontakte zu Managements, Promotionfirmen, Labels, Booking- oder Werbeagenturen her – versuchen also zu unterstützen, wo es nur geht.“
Davon können zuletzt Künstler wie Heather Nova, Martin Kesici, In Extremo und Timo Maas profitieren, die bei UMP unter Vertrag stehen. Das Ziel, den Autoren mehr zu bieten, sollen auch die in Kooperation mit Partnern veranstalteten Songwriter-Workshops erfüllen. So bietet UMP mit Mousse T. und Errol Rennalls von Peppermint Jam einen mehr international ausgerichteten Kurs an, und in Zusammenarbeit mit Uli Kuppel von B612 Management/Edition Heimatlied einen Kurs, in dem nur deutschsprachige Songs entstehen. „Bei der A&R-Politik liegt unser Fokus auf modernem, hittauglichem Pop, wobei aber die Grenzen zu den anderen Genres fließend sind“, erläutert Wenzel. Das zweite zentrale Element der UMP-Strategie bilde die Ausrichtung auf deutschsprachige Songs und Bands. „Denn es ist auffällig, dass es in Deutschland viele Songwriter gibt, die auf Englisch schreiben. Wirklich gute deutsche Texte können jedoch nicht viele Autoren verfassen. Und genau diese wollen wir fördern. Wir werden Nachwuchsarbeit auch weiterhin hoch halten.“ Ein besonderes Anliegen ist Wenzel dabei, jungen Menschen klarzumachen, dass Songwriter „ein richtiger Beruf“ sei. Weil die Verlage hierzulande kaum Öffentlichkeitsarbeit gemacht hätten, wäre es nun umso wichtiger, die Kreativen zu motivieren. „Deswegen müssen wir die Botschaft senden: Schreibt Songs!“






