Napster und Ericsson machen künftig bei mobilen Musikangeboten gemeinsame Sache: Die beiden Partner wollen binnen der kommenden zwölf Monate nach eigenen Angaben den ersten vollintegrierten digitalen Musikdienst aufbauen. Mit dieser Plattform sollen Mobilfunkunternehmen weltweit in der Lage sein, ihren Kunden Unterhaltung rund um die Musik anzubieten.
„Wir nutzen die technische Erfahrung von Ericsson in Bezug auf Infrastruktur im mobilen Segment, bringen die Content- und Client-Erfahrung von Napster ein und generieren daraus gemeinschaftlich ein Produkt, das viele Mobilfunkanbieter und -kunden nutzen können“, erklärt Thorsten Schliesche als Chef der deutschen Napster-Niederlassung im Gespräch mit MusikWoche. „Was uns von anderen Angeboten im mobilen Musikbereich abhebt sind im Wesentlichen drei Komponenten: Die größtmögliche Flexibilität über alle Netze und Endgeräte, die Beteiligung des Operators an den Umsätzen und die Stärke der Marke Napster.“
Die technische Kompetenz steuert Ericsson bei: So ist das Unternehmen, über dessen Infrastrukturtechnik laut Schliesche weltweit geschätzte 40 Prozent aller mobilen Gespräche geführt werden, dafür zuständig, die Kompatibilität mit den meisten Geräten der großen Handyhersteller zu gewährleisten. „Ericssons Erfahrungen als weltweit führender Anbieter von Lösungen für die Mobilfunk- und Telekommunikationsbranche machen den Konzern zusammen mit seiner beispiellosen Kundenbasis zum idealen Partner, um Napsters Präsenz im digitalen Musikgeschäft zu vertiefen“, meint denn auch Napster-CEO Chris Gorog. Und Ericsson-CEO Carl-Henric Svanberg baut vor allem auf die Zusammenarbeit mit der „weltweit stärksten Marke im Bereich digitaler Musikangebote und den Zugang zum weltweit größten verfügbaren Musikkatalog“.
Napster-Kunden sollen dabei künftig in der Lage sein, ihre Tracks mit mobilen Geräten und stationär am Rechner zu nutzen. „Im Grunde basiert das System auf dem Prinzip des Dual Delivery, der Titel wird auf das Handy und auf den PC ausgeliefert, damit der Kunde einen hochwertigen Titel immer auch auf seinem Rechner zur Verfügung hat“, ergänzt Schliesche. Dies könne etwa über eine E-Mail mit einem Link geschehen, der den Download per Klick starte. Derzeit stehe man mit verschiedenen Mobilfunkanbietern im Gespräch. Deshalb sei auch der Starttermin noch nicht genauer zu benennen, gleiches gelte für mögliche Einsatzregionen.






