Was bislang immer nur wieder vermutet wurde, erhielt nun seine offizielle Bestätigung: Napster will demnächst auch ins Geschäft mit Video- und Gamedownloads einsteigen. Chris Gorog, Chairman & CEO des Unternehmens, ließ im Rahmen der Midem durchblicken, dass es diesbezüglich konkrete Pläne gibt. Diese seien zwar noch im Anfangsstadium, doch die Verpflichtung von Andrea Devenow als Vice President Business Development deutete bereits Ende letzter Woche auf derartige Aktivitäten hin. Devenow kam vom Filmdownloadportal Movielink und soll bei Napster ihre Erfahrungen im Digitalvertrieb zum Einsatz bringen.
Außerdem liegt Napster seit kurzem mit der Firma SightSound über die Nutzungsrechte für eine bestimmte Videotransfertechnologie im Clinch. Gorog sieht für eingeführte Internetmarken wie Napster ein großes Potenzial im digitalen Vertrieb vieler Inhalte, nicht nur von Musik. Ihm schweben dabei neben Videos und Games auch Mitschnitte von TV-Programmen vor. In den USA träfe Napster mit seinen Videoplänen bereits auf Mitbewerber: Mit Movielink und CinemaNow tummeln sich dort zwei Firmen im noch überschaubaren Markt.
Napsters Hauptkonkurrent im digitalen Musikvertrieb, Apple, hat ähnliche Pläne immer wieder abgestritten. Experten sehen darin allerdings nur eine Verschleierungstaktik. Jüngsten Spekulationen zufolge wird sich auch der iPod-Hersteller in diesen Bereich wagen. Mit der bevorstehenden Einführung von Version 10.4 des Apple-Betriebssystems OS X werden Apple-Computer auch den hoch auflösenden H.264/ Advanced Video Codec verarbeiten können. Zudem gibt es Gerüchte, dass Apple die Software iFlicks der Firma Helixent übernommen hat.
Dieses Tool zum Verwalten von digitalisierten Filmen sieht bis ins Detail aus wie Apples iTunes-Programm. Helixent präsentierte die Software am 4. Januar, drei Tage später konnte man das Programm schon nicht mehr herunterladen. Als Grund gibt Helixent ungelöste Probleme an: Es sei eine „Situation entstanden, die den Vertrieb von iFlicks derzeit nicht mehr möglich macht“. Man arbeite jedoch an einer Lösung. Beobachter rechnen mit einer Lösung aus Cupertino. Mehr zum Thema






