Recorded & Publishing

Napster bringt sein Downloadabo nach Japan

Nach 13 Monaten Vorlaufzeit nahm am 3. Oktober der japanische Ableger des Downloadshops Napster seinen Betrieb auf. In Kooperation mit dem Händler Tower Records Japan und dem Mobilfunkanbieter NTT DoCoMo verkauft Napster Japan Downloads einzeln oder im Abo.

Nach 13 Monaten Vorlaufzeit nahm am 3. Oktober der japanische Ableger des Downloadshops Napster seinen Betrieb auf. In Kooperation mit dem Fachhändler Tower Records Japan und dem Mobilfunkanbieter NTT DoCoMo verkauft Napster nun auch im zweitgrößten Musikmarkt der Welt seine Downloads einzeln und im Abo.

Einzeltitel aus dem gut 1,5 Mio. Songs umfassenden Katalog kosten zwischen 150 und 200 Yen (1,00 bis 1,33 Euro), wobei japanisches Repertoire teurer angeboten wird. Ein an bis zu drei Computer gebundenes Mietabo mit unbegrenztem Zugang kostet 1280 Yen (8,53 Euro), das tragbare Abo Napster To Go, das auf bis zu drei mobile Abspielgeräte ausgedehnt werden kann, belastet die Kreditkarte mit 1980 Yen (13,20 Euro).

Die Dateien lassen sich dabei sowohl auf kompatible Digitalplayer als auch auf Handys übertragen. Die Geräte werden von den Herstellern wie Toshiba, Sony, JVC, Creative, iRiver und Fujitsu kommen. Hiroyuki Fushitani, President von Napster Japan und gleichzeitig von Tower Records Japan (TRJ), erwartet, dass der Downloadshop nach drei Jahren die Abonnentenzahl von einer Million erreicht und ab Mai 2007 monatlich eine Million Downloads absetzt.

Napster Japan ist ein Gemeinschaftsprojekt der US-Mutterfirma mit dem führenden japanischen Musikhändler. TRJ hält dabei 53,5 Prozent am Joint Venture, Napster 31,5 Prozent und eine Investorengruppe die restlichen Anteile. „Es wäre für uns äußerst schwierig gewesen, ohne Partner vor Ort in den japanischen Markt einzusteigen“, erklärte Napster-President Brad Duea. Es handle sich um einen Markt mit Besonderheiten, der jedoch auch große wirtschaftliche Chancen für Napster biete.

Diese Chancen nutzt das Unternehmen indes mit einiger Verzögerung. Eigentlich wollte man schon vor rund einem halben Jahr so weit sein, doch Napster wollte die Lage noch eingehender durch Marktforschung prüfen und die Allianz mit Tower festigen. In den 108 Filialen des Händlers wird der Downloadservice nun prominent vermarktet.

Unklar ist noch, wann Napster Japan auch Downloads direkt aufs Handy anbieten wird. NTT DoCoMo, mit 42 Prozent Anteil an TRJ beteiligt, betreibt bereits ein Fulltrack-Angebot und könnte den Napster-Service auch über sein Breitbandfunknetz anbieten. Napster Japan ist nach den Shops in USA, Kanada, Großbritannien und Deutschland die fünfte Niederlassung für den Downloadanbieter.

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