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Nachgefragt: Dirk Metzger, Geschäftsführer Rockstiftung Baden-Württemberg

Einer der Väter des pop:forums ist Dirk Metzger, Geschäftsführer der Rockstiftung. Er ist seit der Premiere des Events im Jahr 2000 mit der Konzeption betraut. musikwoche.de fragte ihn nach den Zielen und Herausforderungen der kommenden Jahre.

musikwoche.de: Ist das pop:forum als offenes Treffen gedacht oder doch eher als „Davos der Musikbranche“, wie Sie es einmal nannten? Dirk Metzger: Beides. Wir wollen den geladenen Gästen die Gelegenheit zu ungestörter Kommunikation geben und gleichzeitig offen sein für neue Interessenten. Der Eintrittspreis von 30 Euro zeigt deutlich, dass wir die Plattform offen halten wollen. Ganz generell gesprochen, streben wir auch an, aus dem Label- und Musikwirtschaftsmief herauszukommen, um Popkultur zu machen.

mw: Braucht Kunst Ausbildung? Wie verträgt sich eine halb-staatliche Popakademie mit Kreativität? Metzger: Ausbildung ist ein Muss und bedeutet einen Evolutionssprung für jeden Musiker. Die Popakademie wird nicht im klassischen Sinne „verschult“ sein, sondern auch eine Anlaufstelle für Musiker und Einsteiger ins Musikbusiness sein.

mw: Was kann das pop:forum für die zahlreichen arbeitslosen Musikmanager tun? Metzger: Wir wollen ein Sammelbecken für die verstreut agierenden „Freigesetzten“ bieten und ihnen den Wiedereintritt in die Branche erleichtern. Wer Know-how dazugewinnt, neue Kontakte knüpft und sich kreative Anregungen holt, hat eine bessere Chance, in der Branche wieder Fuß zu fassen.

mw: Was sprach für die Wahl des Römerkastells als Veranstaltungsort?

Metzger: Das Römerkastell ist allein eine Reise wert, da es künftig auf über 25.000 Quadratmetern eines der größten Musik- und Medienzentren in Süddeutschland beherbergen wird. Ich bin froh, nicht in einer sterilen Messeumgebung tagen zu müssen, auch wenn das Kastell bis letzte Woche noch kein Dach hatte. Es wird auf alle Fälle spannend.

mw: Welche Ziele haben Sie sich nach erfolgter Gründung der Popakademie gesetzt? Metzger: Den Studiengang aufzubauen und zu entwickeln, hat Priorität. Zusätzlich kann ich mir vorstellen, nicht nur ein Präsenzstudium, sondern auch eine berufsbegleitende Weiterbildung anzubieten. Die Gründung von Regionalbüros in Baden-Württemberg haben wir ebenfalls ins Auge gefasst.

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