MusikWoche: Erkennen Sie die Prognosen aus Ihrer Zeit bei Jupiter in den Realitäten des Musikgeschäfts von heute wieder? Mark Mulligan: Ja. Die Jupiter-Prognose von vor fünf Jahren gab zwei Szenarios vor. Das optimistischere ging von der umfassenden Lizenzierung verschiedener digitaler Angebote aus, das pessimistischere beschrieb die Entwicklung im Musikgeschäft ohne diese Lizenzierung. Nun, die Labels haben zunächst längst nicht so viel lizenziert, wie wir es erwartet hätten, somit befinden wir uns genau in dieser Situation. Noch dazu mit einem Marktführer Apple, der weltweit auf einen Anteil von rund 80 Prozent am Digitalgeschäft kommt. Das hätte nicht sein müssen, wenn die Plattenfirmen nur früher und entschiedener Rechte vergeben und dabei eher auf ein Format wie MP3 gesetzt hätten. Das Digitalgeschäft könnte schon viel größer sein, als die 15 bis 25 Prozent, die es heute erreicht hat.
Nachgefragt bei Mark Mulligan, Forrester Research: „Das Digitalgeschäft könnte schon viel größer sein“
Mark Mulligan begleitet das Musikgeschäft bereits seit einigen Jahren, zunächst in Diensten der Marktforscher von Jupiter, und nun, nach deren Übernahme, weiterhin für Forrester Reserach. Im Gespräch mit MusikWoche klopft Mulligan zunächst frühere Prognosen ab, und verteidigt anschließend seine Idee eines abgestuften Modells mit Veröffentlichungsfenstern für Musik.






