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Nachgefragt bei Klaus-Peter Schulenberg, Vorstandsvorsitzender CTS Eventim AG

Durch die verfügt CTS Eventim eigenen Angaben zufolge über die größte Ticketplattform in Europa. musikwoche.de sprach mit dem CTS-Vorstandsvorsitzenden Klaus-Peter Schulenberg über den überraschenden Deal.

musikwoche.de: Was hat CTS mit getgo.de gekauft?

Klaus-Peter Schulenberg: Ein erfolgreiches, mehrfach ausgezeichnetes Internet-Portal. getgo.de ist nach Messungen von Media Metrix der zugriffsstärkste deutsche Online-Ticketshop. Rein juristisch haben wir einen „Asset-Deal“ abgeschlossen, das heißt, wir erwarben die Vermögensgegenstände und den Geschäftsbetrieb der Gesellschaft.

mw: Warum wollte getgo.de nicht mehr eigenständig bleiben?

Schulenberg: Es gab vernünftige Gründe, die Kräfte zu bündeln. Die Initiatoren von getgo.de haben in der Vergangenheit hervorragende Arbeit geleistet. Das Portal hatte jedoch nicht den Zugriff auf Content, so wie CTS ihn hat. Das war ein strategischer Nachteil.

mw: Ticket Online meldete, dass getgo.de nach der Kündigung der Kooperation der beiden Unternehmen statt 18.000 Veranstaltungen nur noch 3000 anbieten kann. Wussten Sie davon?

Schulenberg: Diese Meldung sagt alles über den Absender. Wir haben genau geprüft, welche Relevanz Ticket-Online-Veranstaltungen für getgo.de hatten, und festgestellt, dass diese für den Ticketverkauf unwesentlich sind. Die Veranstaltungen, die sich jetzt nicht mehr buchen lassen, bewegen sich im marginalen Bereich, maximal ein paar hundert.

mw: Wie geht es jetzt mit getgo.de weiter?

Schulenberg: Wir haben alle 25 Mitarbeiter übernommen und werden künftig mit eventim und getgo.de eine Zwei-Marken-Strategie verfolgen. Beide Websites bleiben bestehen.

mw: Was spricht gegen die Konzentration auf eine Website?

Schulenberg: Der Erfolg und der hohe Bekanntheitsgrad sprechen dagegen. getgo.de ist eine sehr positiv besetzte Marke. Von daher wäre es unklug, sie nicht weiter zu pflegen.