musikwoche: Wie geht es mit Viva Media Enterprises weiter? Jörg Grabosch: Im Moment führen wir das Geschäft in den Bereichen Merchandising und Licensing fort.
mw: Wer führt diese Geschäfte? Grabosch: Kerstin Karpinski, Dieter Gorny und ich – sprich: Die Geschäftsführer machen es selbst.
mw: Warum mussten Sie 16 Mitarbeiter entlassen? Grabosch: Weil es für sie in Köln nichts mehr zu tun gab. Natürlich schmerzt der Schritt. Das ist nie schön. Wir haben unser Personal angeboten, die Entscheidung, ob es angenommen wird, liegt jedoch bei der Messe Berlin.
mw: Haben Sie ein schlechtes Gewissen? Grabosch: Man hat es sich nicht aus Jux und Dollerei überlegt, die Messe nach Berlin zu holen. Es war der ausdrückliche Wunsch der Industrie – und damit der Hauptkunden der Messe – nach Berlin zu gehen, und damit war das Projekt in Köln nicht mehr zu halten. Dies ist letztendlich ein Schritt, um die Zukunft der Popkomm zu sichern und – auch dies ist ausdrücklicher Wunsch der Industrie – ihr neue Impulse zu verleihen.
mw: Was sagen Sie zu den Gerüchten, dass die Beteiligungsgesellschaft Technomedia, die 30 Prozent der Anteile von Viva Media Enterprises hält, nichts vom Verkauf der Popkomm. wusste? Grabosch: Die Technomedia hatte Kenntnis und zudem der Übertragung zugestimmt. Glauben Sie, dass wir verkaufen, ohne die Gesellschafter zu informieren? Der Beschluss ist da. Jetzt muss man sehen, wie sich die Marke in Berlin entwickelt. Ich bin hier optimistisch. Da unabhängig davon die Technomedia unser Partner bei Enterprises ist und bleibt, ist es nicht ganz unwichtig, wie man Viva Media Enterprises weiterführen wird. Wir bereiten gemeinsam mit Technomedia eine Potenzialanalyse vor. Im Dezember wird der Aufsichtsrat über die weitere Ausrichtung diskutieren und gegebenenfalls entscheiden.






