Recorded & Publishing

musikwoche-Special: Tonstudio

Auch wenn in den vergangenen zwölf Monaten wieder das eine oder andere renommierte Studio die Recording-Segel streichen musste, scheint die Talsohle dennoch durchschritten. Gleich mehrere Lichter blitzen am Horizont auf.

Ein Special von musik.woche im PDF-Format Juli 2004 Silberstreif am Tonstudio-Horizont Kurzarbeit? Von wegen! München – Auch wenn in den vergangenen zwölf Monaten wieder das eine oder andere renommierte Studio die Recording-Segel streichen musste, scheint die Talsohle dennoch durchschritten. Gleich mehrere Lichter blitzen am Horizont auf. Die Spezies mit großen Ohren und sensiblen Mischpultregler- Fingern mussten in jüngerer Vergangenheit gleich mehrere Waterloos verkraften. Los ging’s mit der anfangs wärmstens begrüßten digitalen Technik: Die Aufnahme-Tools wurden und werden immer besser und immer billiger. Die Folge: Jeder halbwegs ambitionierte Musiker hat zu Hause – im Keller, im Jugendzimmer oder sonstwo – sein kleines, feines Homestudio. Semiprofessionelles Level also. „Mit einer Investition von 3.000 bis 5.000 Euro“, sagt Daniel Keller, bei Music Shop/Future Media in München zuständig für Studiotechnik, „kommt man schon sehr weit.“ So weit, so schlecht für die Tonstudios. Doch es kam noch schlechter für die Künstler hinter den Konsolen: Als Folge der geschrumpften Einnahmen der Plattenfirmen sickerten die Budgets für neue Aufnahmen von neuen Bands so schnell durch die Bilanzen wie ein Liter Wasser in der Wüste Gobi. Die Folge: Zahllose Studios und selbst Recording- Paläste von Weltruf verschwanden von der Bildfläche. So viele, dass, wie Leslie Mandoki (Red-Rock Studios) erkannt hat, A&Rs und Produzenten mittlerweile vor einem Engpass an Studiokapazitäten stehen. Und damit sind