Erstmals legt sich ein deutscher Konzertveranstalter eine eigene Plattenfirma zu: Die Deutsche Entertainment AG hat mit DEAG Music ein neues Label gegründet. Unter Leitung von André Selleneit, dem langjährigen Chef von BMG Berlin, soll es Künstler aufbauen und betreuen. Mit diesem Schritt verschiebt DEAG die Koordinaten im Musikbusiness. In seinem Buch „The Future Of Music“ beschreibt Gerd Leonhard eine ebensolche Entwicklung. MusikWoche bringt das Kapitel über die Zukunft von Live Entertainment und Merchandising. Die Folgen neuer Geschäftsmodelle in der digitalen Musikwelt zukunft des live entertainment.dossier Während die CD-Verkäufe in den vergangenen vier oder fünf Jahren zurückgingen, stieg die Popularität von Live-Shows, Festivals und Konzerten mit jedem Jahr – und damit ging es auch kontinuierlich mit den Einnahmen aufwärts. Die Chancen von Musikern in den Bereichen Pop und Rock hingegen, im traditionellen Tonträgergeschäft mit dem Verkauf von CDs ein Auskommen zu haben, nehmen rapide ab. Aber vielleicht ist das sogar gut so. Schließlich erwies sich der trügerische Plattendeal bei einem Major oft genug als Pyrrhus-Sieg, da sowieso nur vier Prozent aller Plattenveröffentlichungen genug Exemplare verkauften, um die Kosten zu decken. Bedeutungslosigkeit scheint deshalb heutzutage die Vorbestimmung vieler Musiker zu sein – gäbe es nicht einen grundlegenden Paradigmenwechsel. Zwei Segmente in einer Branche Das neue Paradigma lautet: Musik verändert ihren Charakter – von der Ware zum Service. Und Musiker erreichen größere Bekanntheit und höhere Einnahmen aus Live-Auftritten, digitalen Aufführungen sowie anderen Ertragsquellen als aus CDVerkäufen. Für Jazz- und Klassik-Musiker dürfte dieser Wechsel nicht abschreckend und überraschend kommen, denn sie sind es gewohnt, ihr Geld hauptsächlich durch Live-Auftritte zu verdienen. Entwickelt sich die Musikindustrie also ausgerechnet in ihrer digitalen Zukunft wieder dahin zurück, dass sich die Musiker auf Achse begeben müssen, wenn sie Geld verdienen wollen, indem sie ihr Publikum suchen Zukunftsszenario der Trendforscher Zusammen mit David Kusek hat Gerd Leonhard das Buch „The Future Of Music“ geschrieben, das sich, so der Untertitel, als „Manifesto For The Digital Music Revolution“ versteht. Es ist bei Berklee Press in Boston erschienen (ISBN 0-87639-059-9, 16,95 US-Dollar). 3 9 17/2005
musikwoche-dossier: Zukunft des Live Entertainment
Erstmals legt sich ein deutscher Konzertveranstalter eine eigene Plattenfirma zu: Die Deutsche Entertainment AG hat mit DEAG Music ein neues Label gegründet. Unter Leitung von André Selleneit, dem langjährigen Chef von BMG Berlin, soll es Künstler aufbauen und betreuen. Mit diesem Schritt verschiebt DEAG die Koordinaten im Musikbusiness. In seinem Buch „The Future Of Music“ beschreibt Gerd Leonhard eine ebensolche Entwicklung. MusikWoche bringt das Kapitel über die Zukunft von Live Entertainment und Merchandising.





