Der Vinylmarkt sendet unterschiedliche Botschaften aus München – Auch die vermeintlich heile Welt der Vinylschallplatte leidet unter den anhaltenden Problemen des gesamten Musikmarkts. Zwar setzte das längst totgesagte Medium Ende der 90er-Jahre zu einem unerwarteten zweiten Höhenflug an, doch jetzt mehren sich die Anzeichen, dass auch in der Vinylnische die Zeiten ordentlicher Zuwächse erst einmal vorbei sind. Zwischen Hoffen und Bangen 10 Die Nachrichten aus der Vinylwelt könnten derzeit unterschiedlicher kaum ausfallen: Da meldet der britische Branchenverband BPI in England einen Anstieg der Vinyl-Single-Verkäufe im zweiten Quartal 2005 um 87,3 Prozent auf 288.780 Exemplare – und das bei einem Format, das in Deutschland schon längst keine Rolle mehr spielt. In den zwölf Monaten vor dem 31. März 2005 setzten die Händler in England sogar 1,38 Millionen Einheiten von der schwarzen Single ab. Diese mehr als beachtliche Zahl zeigt, wie uneinheitlich und unberechenbar der Vinylmarkt in verschiedenen Territorien ist. „Trotz des unglaublichen Wachstums im Downloadverkauf besteht noch immer eine enorme Nachfrage nach physischen Produkten mit Sammlerwert“, erklärt BPI-Chairman Peter Jamieson den Vinylboom. „Es wäre ein Fehler, die physischen Formate schon abzuschreiben.“ Vor allem im Rockbereich erlebt Vinyl eine beachtliche Renaissance. Der bestverkaufte Titel im Single-Segment war in England folgerichtig eine limitierte Neuauflage von Iron Maidens Metal-Gassenhauer „The Number Of The Beast“, gefolgt von „Killamangiro“ von den Babyshambles, „Can’t Stand Me Now“ von den Libertines und „Oh My God“ von den Kaiser Chiefs. Doch solche Lichtblicke, die es in den vergangenen 15 Jahren immer wieder gegeben hat, seit die CD die Vinylscheibe als Tonträgerleitmedium ablöste, sollten nicht von der Problematik des Vinylmarkts ablenken. Gerade in den Genres Dance und HipHop, die noch vor wenigen Jahren bei den Vinylverkäufen führten, bröckelt das Interesse bei Käufern und Fans. „Vinyl ist mittlerweile fast ausschließlich ein Marketingtool für Albumveröffentlichungen geworden“, erklärt Frank Stratmann, Geschäftsführer von Groove Attack. „Sicher wird es da Ausnahmen geben, aber im 12-Inch- Bereich, egal ob bei HipHop oder Elektronik, verkauft man heute nur noch einen Bruchteil der Stückzahlen von früher.“ Gründe für diese Entwicklung gibt es viele, und sie sind von Genre zu Genre verschieden. Gerade im Dance und HipHop hat der Siegeszug von Computerprogrammen wie Final Scratch für viele DJs Vinyl fast schon überflüssig gemacht. Doch trotz der zum Teil ernüchternden Verkaufszahlen wird der Markt in diesen Genres 3 29/2005 Foto: Getty 12 29/2005 dossier.vinyl nach wie vor jede Woche mit Hunderten von 12-Inch-Produktionen überschwemmt. Trotzdem beurteilt ein Dance-Experte wie Armin Johnert, A&R und Vertriebsleiter von Discomania, die derzeitige Lage nicht durchweg negativ: „Der Vinylmarkt ist 2005 mehr denn je die von der Außenwelt und auch von weiten Teilen der Branche im Grunde ignorierte kleine Nische. Auch wenn hier teilweise die spannendere Musik entsteht und die Stückzahlen weit über dem liegen, was ein Titel im Jahr 2005 in den deutschen Top 20 verkauft, orientieren sich die Medien eben gewohnheitsmäßig an den offiziellen Charts, die doch immer mehr mit recht zweifelhaften und niveaulosen Kinderund Plastikprodukten brillieren.“ Vinyl hat seinen Zenit überschritten Deutlich negativer sieht Frank Schreiner, Geschäftsführer von Music Mail, die Lage im Dance-Segment: „Wer euphorisch von großartigen Verkaufszahlen auf Vinyl spricht, kannte entweder die Good Old Days nicht oder hat im Moment einen Jahrhundert-Titel am Start.“ Allgemein erinnerten die Vinylabsatzzahlen vieler Labels an Aktienkurse: „Und immer wenn man meint, es geht nicht mehr tiefer, und wenn man sich gerade mit diesem Niveau arrangiert hat, rutschen sie nochmals ab.“ Doch sei dies leider nicht allzu verwunderlich, sagt Schreiner: „Als aufmerksamer Marktbeobachter erkennt man schnell, dass immer noch zu viel Produkt angeboten wird. Alle Beteiligten, wir als Vertrieb mit eingeschlossen, versuchten lange, ihre Umsätze über Quantität anstatt Qualität zu sichern.“ Solch pessimistischem Urteil nicht anschließen mag sich hingegen Georg Roth, Vertriebsleiter und A&RManager bei der Q-Vertriebs GmbH: „Nach zwei bis drei schwierigen Jahren haben wir wieder deutliche Zuwächse zu verzeichnen, wobei man hier deutlich unterscheiden muss. Trance läuft schlecht, weltweit. House dagegen verkauft sich zum Teil wie das berühmte frisch geschnittene Brot. Auch gut produzierte kommerzielle Dance Music geht in vielen Territorien wieder sehr gut. Techno hat indes den Zenit überschritten und pendelt sich wieder auf normalem Niveau ein.“ Das weltweite Vinylnetz sei kleiner geworden, sagt Roth, aber auch zum Teil sicherer. Nach zahlreichen Pleiten in UK, Spanien, USA und anderswo sei die Gesundschrumpfung erst einmal weitgehend abgeschlossen, was Potenzial für die Zukunft hergebe. „Die Nachfrage in Asien und Osteuropa ist stark gestiegen, wobei dort leider häufig die nötigen professionellen Strukturen fehlen, aber das wird auch noch kommen. Wir werden dieses Jahr, sollte nicht etwas Außergewöhnliches passieren, ein sehr gesundes Plus einfahren.“ Von den Problemen des Dance-Vinylmarkts weit entfernt sind derzeit diejenigen Firmen, die sich eher auf das Rock-Segment oder auf Wiederveröffentlichungen konzentrieren – wie zum Beispiel Speakers Corner oder Cargo. Michael Schuster, Geschäftsführer von Cargo Records, kann gerade bei Rockmusik keinen Rückgang der Begeisterung für Vinyl feststellen: „Der Rockbereich ist sehr konstant. Im Dance-Segment sieht es natürlich ganz anders aus.“ Auch Kai Seemann, Geschäftsführer von Speakers Corner, sieht keinerlei Anzeichen, die irgendwie in eine negative Richtung deuten würden. Doch unterm Strich sind sich fast alle einig, dass der Vinylmarkt seinen Zenit überschritten hat. Diese Einschätzung teilt auch Sandra Fritzsch, Commercial & Administration Director bei MPO Audio & Video: „Nach wie vor stellt der Vinylmarkt ein wichtiges Segment dar, aber dennoch kann man nicht mehr von einem Zuwachs in diesem Segment sprechen. Der Vinylmarkt hat seine Grenzen erreicht und sich seit ungefähr zwei Jahren als gesunder Nischenmarkt stabilisiert.“ Das findet auch Jan Henke, Labelmanager bei rough trade: „Der Markt ist seit Jahren sehr stabil. Der Umsatzanteil von Vinyl liegt bei rund zehn Prozent, wobei man verschiedene Bereiche unterscheiden muss: zum einen das klassische Importgeschäft, dann das Geschäft mit Wiederveröffentlichungen und Sammlerstücken und schließlich den Clubbereich. Gerade für Durchschnittsware ist der Markt sehr, sehr klein geworden. Damit kann man vielleicht noch die Fans begeistern, doch darüber hinaus verkauft man so gut wie keine Stückzahlen.“ Der Glaube an die Zukunft bleibt Doch wie auch immer: Vinyl wird weiterhin eine Rolle spielen, da sind sich fast alle Experten einig. Wohin die Reise letztlich geht, lässt sich allerdings kaum sagen – zu viele Faktoren spielen da eine Rolle. So beklagt Frank Stratmann von Groove Attack das Absterben einer gesunden Händlerstruktur: „Heute dominieren gerade im HipHop-Bereich doch wenige Online-Anbieter das Geschehen, die zum Teil mit extrem aggressiven Preisen arbeiten.“ Von einer gesunden Infrastruktur könne da schon lange keine Rede mehr sein. Welche Auswirkungen das auf die Szene haben wird, ist nur schwer abzuschätzen. Den Stellenwert von Vinyl wird es gerade bei nachwachsenden Generationen wohl nicht unbedingt fördern. Dabei herrscht an neuen Ideen für die Zukunft bei den Vinylspezialisten kein Mangel. „Der Mainstream-Dance ist auf Vinyl so gut wie gestorben und stellt nur noch partiell ein kleines Promotool dar“, erklärt Frank Schreiner von Music Mail. „Deshalb kann die langfristige Strategie für Vinyl nur heißen, wieder vermehrt auf Qualität zu achten und sich noch mehr um seine Zielgruppe beziehungsweise Nische zu kümmern.“ Die Musikgenres seien sehr speziell geworden und hätten sich weit verzweigt – „siehe House mit seinen unterschiedlichen Spielarten“. Hinter jedem dieser Sub-Genres verberge sich ein gigantischer Mikrokosmos mit DJs, Produzenten, Labels und Clubs, die man speziell ansprechen müsse, wenn man dort erfolgreich sein wolle. Glauben an die Zukunft des Vinylmarkts: Armin Johnert (l.) von Discomania und Jan Henke von rough trade vinyl.dossier „Dies ist auch der Schlüssel zum mittel- bis langfristigen Erfolg für Labels, die sich die entsprechende Glaubwürdigkeit verschaffen wollen.“ Auch Armin Johnert von Discomania glaubt an die Zukunft von Vinyl: „Mittelfristig wird diese Nische aber kleiner werden. Sie wird immer mehr zu einem Spezialistending für die Reiferen unter uns. Langfristig werden nur die absoluten Vinyl-Junkies dem Format die Treue halten. Immer mehr DJs, gerade die jüngeren, werden auf Handy oder MP3 umsteigen.“ Ein heute sechsjähriger Downloader, der auf Titel wie „Crazy Frog“ oder „Dubi Dam Dam“ stehe, werde wohl kaum jemals das Vinylformat für sich entdecken. „Wir gehen aber davon aus, dass sich Vinyl noch mindestens zehn bis 15 Jahre auf diesem Niveau halten wird.“ An eine Zukunft des Vinylmarkts glaubt auch Georg Roth vom Q-Vertrieb: „Mittelfristig werden sich die einzelnen Sparten stark verändern; House und HipHop werden weiterhin stark dastehen. Jede Art von hochqualitativ produzierter Musik auf Vinyl wird sich durchsetzen. Schwerer wird es aber sicherlich für kleine und unprofessionell arbeitende Labels, denn dort wird der Schrumpfungsprozess weitergehen. Wer als kleines Label nicht auch als Global Player auftritt, wird keine Zukunft haben. Das Geld müssen die Firmen im Ausland generieren.“ Langfristig könne man kaum noch Vorhersagen wagen, meint Roth. „Wir vergessen allzu gern, dass Vinyl aus Rohöl hergestellt wird; da sehe ich die größten Probleme.“ Vinyl sei schon jetzt recht teuer und würde einen deutlichen Preisanstieg wohl kaum verkraften. „Außerdem steht das Vinylkonstrukt auf gerade mal 20 bis 25 weltweit verteilten Firmen. Sollten da durch widrige Umstände einige wegbrechen, könnte dies das ganze Kartenhaus einstürzen lassen.“ In dieser Hinsicht zeigt sich Sandra Fritzsch von MPO Audio & Video deutlich positiver gestimmt: „Wir glauben, dass das Vinylgeschäft auch mittelfristig sehr interessant bleibt. Für MPO jedenfalls wird das der Fall sein. Denn dank dem Know-how unserer Techniker, denen es gelang, aus einem ohnehin schon leistungsstarken Maschinenpark noch mehr Output herauszuholen, konnten wir den Vinylpreis trotz der Preissteigerungen beim Erdöl halten – anders als beim CD-, DVD- oder Boxen-Preis.“ Allerdings müsse man auch bedenken, dass der Preis des Vinylrohstoffs PVC weniger stark gestiegen ist als der des CD-Polycarbonats. Doch wie auch immer sich der Preis für Erdöl entwickeln wird – für Vinylliebhaber wird es wohl auch in Zukunft nichts Schöneres geben, als sich eine schwarze Scheibe nach der anderen ins Regal zu stellen. Und darauf können alle Marktteilnehmer bauen, auch wenn sich die Stückzahlen auf lange Sicht auf einem noch weitaus niedrigeren Level einpendeln dürften. Norbert Schiegl KOUFAX Hard Times Are In Fashion LP (Motor Music) Vinylversion des Albums „Issy does it“ mit Remixes von Thievery Corporation und Buscemi. Dieses Remix-Album begleitet das neue Werk „Easy does it“ von Isabelle Antena, die seit 20 Jahren federführend Lounge, Pop und Electronica kombiniert. MELVINS|LUSTMORD Pigs Of The Roman Empire LP (Alternative Tentacles) Limitierte Doppel LP im Klappcover einer der bestechendsten und vor allem unerwartetsten Kollaborationen aller Zeiten, MELVINS/LUSTMORD mit einem exklusiven Vinyl Only Bonus Track! Auch hier gilt: One Time Only Pressung, also jetzt bestellen. MILLENCOLIN Kingwood LP (Cargo Records) Auf „Kingwood“ gelingt MILLENCOLIN der Spagat zwischen alten und neuen Zeiten aufs Vorzüglichste. Einerseits entwickeln sie ihre eher rockorientierte Seite mit Tracks wie „Novo“ und „My Name Is Golden“ weiter, andererseits wissen sie ihre Diehard Fans mit schnellen Krachern der Sorte „Biftek Supernova“, „Farewell My Hell“ und „Simple Twist Of Fate“ zu begeistern. 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MADSEN scheinen auf ihrem Debüt die perfekte Mischung gefunden zu haben, die nicht nur Tomtes one and only, Thees Uhlmann, selbst begeistert. „…wird es, mit Verlaub, das nächste deutsche ‚Nevermind‘ sein.“ – Rolling Stone MELVINS Mangles Demos From 1983 LP (Alternative Tentacles) Doppel 10“ mit den frühsten Aufnahmen der MELVINS überhaupt! Super limitiert und wird nur einmal gepreßt! SLEATER-KINNEY The Woods LP (Sub Pop) Die Öffnung des radikalen Punk- Konzeptes zur Erweiterung der Kampfzonen. Großer, hymnischer Indie-Rock im Trademark-Sound der drei Girrrls. ISABELLE ANTENA Issy Does It LP (LTM) Vinylversion des Albums „Issy does it“ mit Remixes von Thievery Corporation und Buscemi. Dieses Remix-Album begleitet das neue Werk „Easy does it“ von Isabelle Antena, die seit 20 Jahren federführend Lounge, Pop und Electronica kombiniert. BETTY DAVIS This Is It 2xLP (Vampisoul) Best-Of Compilation von BETTY DAVIS, dem ’nasty Girl‘ der Funkund Soul-Szene der 70er Jahre. im Vertrieb von www.cargo-records.de Fordern Sie jetzt unseren Vinylkatalog mit weit über 2000 Titeln an unter: [email protected] Anzeige Stratmann, Groove Attack Wenig optimistisch: Frank 14 29/2005 dossier.vinyl optimal media production zieht nach Strategiewechsel positive Zwischenbilanz Mehr Umsatz bei niedrigeren Auflagen Röbel/Müritz – Im Vinylbereich legte der Duplizierer optimal media production im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz eines veränderten Markts beim Umsatz um 15 Prozent zu. Geschäftsführer Jörg Hahn begründet dies vor allem mit der verstärkten Akquise im Indie-Segment, die sich optimal auf die Fahnen geschrieben hat. Hahn, sie seien aber sehr beständig. So produzierte optimal unter anderem aufwändige Vinyleditionen für Alben von Wir sind Helden, Craig David, Gorillaz, Die Toten Hosen und Kylie Minogue. Zwar räumt Hahn ein, dass die Vinylproduktion nicht mehr das Kerngeschäft von optimal ausmache, aber der Stellenwert des Formats sei nach wie vor hoch: „Vinyl bedeutet für uns eine wertvolle Ergänzung – und das bleibt es auch. Dadurch können wir unseren Kunden das gesamte Audioportfolio bieten.“ Während das CD-Segment nachgelassen habe, verzeichnete neben den analogen Tonträgern auch die DVDProduktion Zuwächse. Gerade im analogen Bereich sei jedoch ein hoher technischer Aufwand erforderlich. Vor einer Digitalisierung dieses Segments warnt Hahn denn auch: „Unsere gesamte Produktion läuft hier analog ab. Digitalisierungen, wie wir sie im Premastering „Unsere Strategie, die Akquise bei Indie-Labels voranzutreiben, ging auf“, bilanziert Jörg Hahn, Geschäftsführer der optimal media production, im Gespräch mit MusikWoche. Auf diese Weise konnte das Unternehmen die Rückgänge in einigen Bereichen des Vinylgeschäfts kompensieren. Ein Verlust war dabei das Ende der hohen Promotion-Auflagen von Vinyl- Maxis im Dance-Bereich. Die Krise gerade in diesem Genre führte dazu, dass die Majors ihre bislang für die DJs kostenlose Bemusterung nahezu einstellten, sodass für optimal eine wichtige Umsatzquelle wegfiel. Dennoch bleiben Aufträge aus dem Bereich Dance, Techno und House wichtig für den Duplizierer. „Gerade im Underground- Bereich tut sich bei kleinen Labels, die nach wie vor mit Vinyl arbeiten, sehr viel“, erläutert Hahn. Zwar hänge das Vinylgeschäft sehr stark von solchen Repertoire-Entwicklungen ab, aber da habe optimal frühzeitig gegengesteuert, sagt Grit Schaade, Leiterin Marketing & Vertrieb. „Wir haben darauf reagiert und verstärkt auf die Akquise bei Indie- Firmen gesetzt. Mit dieser Strategie konnten wir die Rückgänge kompensieren.“ Auch die Anstrengungen von optimal, im europäischen Ausland Fuß zu fassen, trugen laut Hahn dazu bei, den Rückgang in diesem Teilsegment des Vinylmarkts auszugleichen. Im Allgemeinen sei der Vinylmarkt aber recht stabil geblieben. So erzielte optimal trotz geringerer Stückzahlen im Vergleich zum Geschäftsjahr 2003 eine Umsatzsteigerung von 15 Prozent. Vinylauflagen erreichen zwar keine Rekordhöhen, sagt bei bestimmten Themen einsetzen, kommen bei analogen Produktionen letztlich nicht zum Zug.“ Vinyl läuft besser, als viele glauben Optimistisch blickt der optimal-Chef in die Zukunft: „Der Vinylmarkt wird auch langfristig stabil bleiben. Aktuelle Entwicklungen wie ein steigender Erdölpreis beschäftigen uns zwar intern, für den Endkunden wird das aber keine Auswirkungen haben. Vergleichbar mit den Papierpreisen auf dem Weltmarkt, die für unsere Cover-Gestaltung wichtig sind, haben wir genügend Puffer, um diese Schwankungen aufzufangen.“ Eine andere Prognose wagt Hahn auch bei den Dance-Vinylen, die durch digitale Abspielgeräte, die Zugriffe auf CDs wie bei Schallplattenspielern möglich machen, einer erneuten Bedrohung ausgesetzt sind. „Kurz- und mittelfristig sehe ich hier keine Veränderung, denn die Dance-Maxi ist in den Clubs nach wie vor stark im Einsatz. Langfristig werden Technologien wie Final Scratch jedoch sicherlich den Markt beeinflussen“, urteilt er. Zur Zeit macht sich Hahn jedoch keine Sorgen: „Vinyl läuft besser, als viele glauben. Denn was in den Medien über die Krise der Musikindustrie zu lesen ist, kommt zumeist von den Majors. Auf die Indies trifft das nicht unbedingt zu. Von denen höre ich immer wieder, dass es ihnen gut geht.“ Weil die Majors zudem ihren Künstlerstamm verkleinert hätten, seien einige Acts bei Indies untergekommen, die nun dafür auch Vinylveröffentlichungen in Auftrag gäben. „Auf diese Weise profitieren wir alle von der Entwicklung.“ Dietmar Schwenger Sieht einen stabilen Vinylmarkt: Jörg Hahn vinyl.dossier Bremen – Vor einem Jahr gründete Jan Sieveking die Firma Sieveking Sound GmbH & Co KG, um den deutschen Markt mit hochwertigen Produkten für Liebhaber audiophiler Klänge zu versorgen. Mit dem Label MFSL aus den USA vertreibt er dabei eine der renommiertesten Adressen für 180 Gramm schwere Vinylschallplatten. „Wir hatten bei UNI HiFi in Bremen, der Firma, bei der ich zuvor tätig war, jede Menge Anfragen wegen der Vinylplatten von MSFL“, erzählt Jan Sieveking. „Die waren zu diesem Zeitpunkt nur sehr teuer bei diversen Mailordern erhältlich. Wir haben mit den Amerikanern verhandelt, um diese Platten in Deutschland anzubieten. Ursprünglich sollte das Geschäft über UNI HiFi abgewickelt werden, aber das Ganze wuchs so schnell, dass ich mich dazu entschloss, eine eigene Firma zu gründen.“ Die Kunden von Sieveking Sound sind Fundgrube für musikbegeisterte Gourmets vornehmlich Musikliebhaber und audiophil Begeisterte, die gewillt sind, rund das Doppelte des Preises einer normalen Vinyl- LP zu investieren. Sieveking beliefert hauptsächlich HiFi-Händler und Anbieter von audiophiler Software. Um die großen Elektromärkte kümmert sich Fenn Musik. Der überraschend große Erfolg nach nur einem Jahr bestärkt Jan Sieveking, so weiterzumachen wie bisher. „In meiner Kundenkartei finden sich sehr viele normale Plattenläden. Die verkaufen zum Teil auch Techno- und Dance-Vinyl und bieten zudem audiophile Schallplatten an. Ich bekomme jeden Tag 15 bis 20 Anrufe von Endkunden, die wissen wollen, wo sie die Platten bekommen können.“ Ein Drittel seines Umsatzes generiert Jan Seveking allein mit jpc. „Die Zusammenarbeit funktioniert ganz hervorragend. Im Moment sind wir noch dabei, unser Vertriebsnetz weiter auszubauen. Fast jede Woche kommt noch ein weiterer Händler dazu“, sagt er. „Die ersten sechs Monate waren sehr schwer, aber dank der Besprechungen in der HiFi-Presse hat sich das Blatt inzwischen gewendet.“ Zu den aktuellen Highlights im Programm gehört ein 3-LP-Box- Set von Patricia Barber, „Modern Cool“, das trotz seines Ladenpreises von 99 Euro zu den Bestsellern zählt. Dazu Sieveking: „Wenn die Qualität stimmt, dann ist auch der Preis in Ordnung.“ Norbert Schiegl Beratung.Budgetplanung.Qualitätsüberwachung.Abwicklung.Pre-Mastering.Sonderverpackungen Grafik.Drucksachen.Lagerhaltung.Lieferung weltweit.Kürzeste Lieferzeiten.Absolute Termintreue.Höchste Qualität.Beste Preise.Beratung.Budgetplanung.Qualitätsüberwachung.Abwicklung.Pre-Mastering . Sonderverpackungen.Grafik.Drucksachen.Lagerhaltung.Lieferung weltweit.Kürzeste Lieferzeiten . Absolute Termintreue.Höchste Qualität.Beste Preise.Beratung.Budgetplanung Qualitätsüberwachung.Abwicklung.Pre-Mastering.Sonderverpackungen.Grafik.Drucksachen.Lagerhaltung . Lieferung weltweit.Kürzeste Lieferzeiten.Absolute Termintreue.Höchste Qualität.Beste Preise Beratung.Budgetplanung.Qualitätsüberwachung.Four Manufacturing Services.Abwicklung.Pre- Mastering.Sonderverpackungen.Grafik.Herstellung von CD, DVD, Vinyl, MC.Drucksachen.Lagerhaltung . 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Das hat sich auf den ganzen Katalog positiv ausgewirkt.“ Allein in den USA habe sich der Umsatz im vergangenen Jahr dadurch verdoppelt, sagt Seemann. „Wenn so ein großer Markt ein bisschen Luft holt – so etwas zieht natürlich.“ Zudem ist Speakers Corner nun auch in der Türkei und auf den Philippinen präsent. „Natürlich bedienen wir in Ländern wie der Türkei eine sehr schmale Schicht von Interessenten, aber dafür läuft es dort sehr flott“, meint Seemann. In den bereits erschlossenen Territorien ließen sich große Umsatzsprünge kaum noch erzielen. Den größten Zuwachs in den etablierten Märk- Speakers Corner Wachstum durch Vertrieb Gettorf – Das auf Vinyl-Wiederveröffentlichungen spezialisierte Unternehmen Speakers Corner hat es auch 2004 geschafft, den Umsatz um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu steigern. Gegen den Trend des Gesamtmarkts. ten verbucht Speakers Corner im klassischen Tonträgerhandel, während der HiFi- Handel mehr oder weniger stagniert. „Wir haben gerade eine Vereinbarung mit Saturn Media getroffen. Das wird zwar unseren Umsatz nicht in ungeahnte Höhen katapultieren, aber auf einmal sind sogar solche Märkte, denen man ja unterstellt, dass sie nur Massenware anbieten, an unseren Vinylplatten interessiert. Man muss in Zukunft unsere Produktionen nicht mehr nur in kleinen Nischenläden suchen, auch die großen Ketten werden zunehmend darauf Aufmerksam.“ Der Geschäftsführer führt diese neue Entwicklung vor allem auf den Druck der Kunden zurück, die aktiv bei bestimmten Produkten nachfragen. „Im Vergleich zum CD-Umsatz sind unsere Erlöse natürlich gar nichts, aber für einen Nischenmarkt wie Vinyl ist das Ganze doch sehr erfreulich.“ Um den gestiegenen Bedarf, gerade auch in den USA, zu befriedigen, wurde zum Teil eine höhere Erstauflage gepresst. „Was die Produkte aus dem Universal-Katalog angeht, trafen wir dort die sehr schöne Vereinbarung, dass unsere Lizenzen zeitlich nicht limitiert sind. Das heißt, wir können frei nachbestellen.“ Und läuft ein Titel aus, wird die Entscheidung nach Auswertung der Verkaufsstatistik recht kurzfristig getroffen. Insgesamt blickt Seemann im Vinylbereich optimistisch in die Zukunft – vor allem weil sich Formate wie die SACD oder DVD-Audio nach wie vor nicht durchgesetzt haben und viele Sammler deshalb lieber beim guten alten Vinyl bleiben. Norbert Schiegl www.mpo.de Mastering Pressen Verpackung Logistik … zunächst im vierköpfi gen Familienbetrieb und mittlerweile im weltweit tätigen Konzern mit über 1.500 qualifi zierten Mitarbeitern sorgt bei jedem Release … Unser Know-how aus fast 50 Jahren Schallplattenpressung für beste Stimmung Bunte Töne – Wählen Sie aus 7 attraktiven Vinylfarben Vinyl farbiges Vinyl DVD DVD 8 cm farbige DVD CD CD 8 cm farbige CD Fan-CD Communi-c@rd CD-R Easy-Disc u.v.m Premastering Mastering Pressen Brennen Personalisieren Druck Verpackung Konfektionierung Lagerung Logistik Distribution Rufen Sie uns an oder stellen Sie uns Ihre Aufgabe online: 0221.9216700 www.mpo.de Unsere Produktpalette: Unser Fullservice: Anzeige www.speakerscorner.de @ Vinyl-Highlights im Juli: Benny Carter & His Orchestra mit „Further Definitions“ und Henry Mancini mit „Charade“ 29/2005 17 vinyl.dossier SPEAKERS CORNER RECORDS Starkenbrook 4|24214 Gettorf 304346 / 601999|504346 / 601998 [email protected] www.speakerscorner.de 1 0 Y E A R S 1 0 Y E A R S J O I N T H E V I N Y L R E V O L U T I O N J O I N T H E V I N Y L R E V O L U T I O N A U D I O P H I L E V I N Y L A U D I O P H I L E V I N Y L Tochter von Four Music bietet Rundumbetreuung Stuttgart – Unter der Leitung von Clemens Köhler, vormals Director Media Production & Sales bei Four Music Productions, nahm im Januar 2005 in Stuttgart die Four Manufacturing Services GmbH ihren Betrieb auf, ein Tochterunternehmen von Four Music in Berlin. Die Firma kümmert sich in erster Linie um die Herstellung der Tonträger für Four Music, Yo Mama und Fine. „Seit längerer Zeit bieten wir unsere Dienste aber auch anderen Labels an“, erklärt Clemens Köhler. „Unsere Strukturen sind bestens erprobt und funktionieren hervorragend. Wir können den Labels mit einem kompletten Abwicklungsservice dienen. Man kann als Auftraggeber einsteigen wo man will – selbst aus handgeschriebenen Texten können wir etwas Vernünftiges machen.“ Dabei reicht das Dienstleistungsangebot von der GEMA-Abrechnung über die Entwicklung von Spezialverpackungen bis hin zur Vermittlung von Distributions- Deals bei Four Music. „Mit unserem Drittkundengeschäft hatten wir am Anfang ein paar Probleme“, gesteht Köhler, „weil die Labels oder Künstler oft nicht verstanden, dass wir ihnen keinen Plattenvertrag anbieten wollten, sondern ganz andere Leistungen. Deshalb gliederten wir den Produktionsbereich mit Four Manufacturing Services in eine eigenständige Firma aus, um jede Verwechslung auszuschließen.“ Zu den Kunden zählen inzwischen viele kleine Labels und renommierte Adressen aus ganz Europa. „Unser Fokus liegt ganz eindeutig beim Service. Wir wollen, dass unsere Kunden nicht mehr bezahlen als direkt beim Presswerk. Hinzu kommt bei Four Manufacturing Services allerdings noch eine Rundumbetreuung. Wir können natürlich durch unsere Absprachen mit den Presswerken ganz andere Produktionszeiten garantieren, als das für ein einzelnes Label überhaupt möglich wäre.“ Eine natürliche Grenze im Vinylbereich sieht Köhler bei einer Auflage von 300 Stück. „Darunter macht es wegen der hohen Kosten eigentlich keinen Sinn. Aber wenn es jemand wünscht, dann fertigen wir natürlich auch kleinere Stückzahlen an.“ Im Vinylsegment arbeitet Four Manufacturing Services hauptsächlich mit der Firma Pallas in Diepholz zusammen. „Wichtig ist vor allem, dass die einzelnen Arbeitsschritte perfekt aufeinander abgestimmt sind. Der Folienschneider muss halt auch das Presswerk kennen, damit ein gutes Ergebnis erzielt wird. Und genau das ist bei uns gewährleistet.“ Norbert Schiegl www.fourmanufacturing.com @ Vertraut auf Erfahrung: Clemens Köhler 18 29/2005 dossier.vinyl Cargo Records Germany Rock-Vinyl spielt weiterhin die erste Geige Wuppertal – 20 Prozent ihres Gesamtumsatzes in Deutschland generiert die Firma Cargo Records mit Vinylplatten. Um diese Erlöse auf diesem hohen Niveau zu halten, will das Unternehmen auch in Zukunft wieder allerlei Aktivitäten rund um die schwarze Scheibe entfalten. erhoffen uns davon natürlich eine ganze Menge. Im Vorverkauf setzten wir vom Album immerhin fast 35 Prozent auf Vinyl ab.“ Bereits im vergangenen Jahr unterstützte Cargo Records den Einzelhandel mit diversen Kampagnen – diese Aktionen will das Unternehmen auch 2005 weiterführen: unter anderem die Vinyl-Tragetaschen. „Diesmal bieten wir den Läden allerdings an, auf einer Seite das eigene Logo mit aufzudrucken. Die Tüten sind natürlich wieder in Grün gehalten, was viele ja ganz schrecklich finden. Doch dafür ist der Wiedererkennungswert extrem hoch. Vinylkäufer, die einem auf dem Fahrrad entgegenkommen, kann man schon aus 300 Meter Entfernung erkennen, wenn sie so eine Tüte in der Hand halten.“ Auch Displays stellt Cargo erneut zur Verfügung. Zudem soll die Kooperation mit Eastpack fortgesetzt werden; geplant ist, für einige Bands Eastpack-DJ-Bags herauszubringen. Schuster: „Die Tasche ist limitiert und mit einem Bandlogo versehen. Wir wollen, wenn es möglich ist, in jede Tasche noch eine exklusive 10-Inch aus Vinyl mit reinpacken, die wirklich nur dort erhältlich ist.“ Sollte das zu teuer werden, was von Eine sehr wichtige Rolle spiele gerade bei Vinyl der Tonträgereinzelhandel, sagt Michael Schuster, Geschäftsführer von Cargo Records Germany: „Und inzwischen beschäftigen sich auch die größeren Märkte wieder mit Vinyl.“ Doch damit lassen sich die Einbrüche im CD-Bereich nicht kompensieren, meint der Fachmann. „Vinyl ist immer noch ein kleiner Nischenmarkt, und das wird auch so bleiben.“ Doch auch in einem so genannten Nischenmarkt lassen sich Erfolge erzielen. Sehr gut lief bei Cargo zum Beispiel die in Zusammenarbeit mit Sony BMG veröffentlichte 10-Inch-Reihe mit den 18 Nummer- eins-Hits von Elvis Presley. „Davon konnten wir immerhin 2500 Stück absetzen“ – für ein so aufwändiges und kostenintensives Produkt eine beachtliche Zahl. Kein Wunder also, dass in den vergangenen Jahren immer mehr Majorfirmen bei Cargo anklopften, um den Vertrieb ihrer Vinylprodukte auszulagern. „Viele Firmen sind in Läden, die vorrangig Vinyl anbieten, gar nicht mehr vertreten. Dort muss der Disponent dann selbst versuchen, die aktuellen Produktionen über andere Kanäle zu beschaffen.“ Einer der Schwerpunkte im aktuellen Vinylprogramm ist für Schuster das neue Album von Art Brut, „Bang Bang Rock & Roll“. „Die Band wird im Moment in der Presse überall euphorisch gefeiert, und wir der jeweiligen Auflage abhängt, dann legt Cargo das reguläre Album bei, das vielleicht von der Band oder dem Künstler signiert wird. „Natürlich wollen wir, dass die Verbindung zwischen Vinyl und Tasche deutlich wird“, sagt Schuster. „Ziel der Aktion ist es, die Marke Eastpack auch im Musikhandel möglichst gut zu etablieren.“ Vinylherstellung von A bis Z Personell hat sich die Firma im Vinylbereich verstärkt und einen Labelmanager für diesen Bereich eingestellt. In Zukunft will Cargo Records für kleine Labels die komplette Herstellung von Vinylplatten anbieten“, wie Schuster erklärt: „Wir wollen hier eng mit einem Vinylhersteller kooperieren. Wir bieten den Labels an, ihr gesamtes Europageschäft abzuwickeln – dafür mussten wir uns personell besser aufstellen.“ Auch im Backkatalog- und im Wiederveröffentlichungsbereich ist Vinyl nach wie vor stark gefragt, so Schuster. „Der Abverkauf läuft in diesem Segment weiterhin sehr gut. Das liegt vor allem daran, dass die Leute, die bei diesen Labels die Wiederveröffentlichungen auswählen, über ein sehr gutes Gespür für die Bedürfnisse des Markts verfügen.“ Norbert Schiegl www.cargo-records.de @ Fühlt sich Vinylschallplatten, in diesem Fall Art Brut mit „Bang Bang Rock & Roll“ und Madsen mit „Madsen“, weiterhin verpflichtet: Michael Schuster, Geschäftsführer von Cargo Records Germany 20 29/2005 dossier.vinyl MPO will Vinyl-Produktion um zwei Tage verkürzen Aufwändige Verpackungen beleben Plattengeschäft Köln – Die Fertigung von Vinylplatten spielt im Hause MPO Audio und Video nach wie vor eine große Rolle. Dabei bietet der Duplizierer künftig einen neuen Service, der dem Kunden schneller zum fertigen Produkt verhelfen soll. Mitbewerber diesen Schritt gewagt haben, nahmen es einige wenige Kunden mit Unmut auf“, räumt sie ein. Dafür konnte MPO den Vinylumsatz trotz gleich bleibender Stückzahlen im Vergleich zum Vorjahr etwas steigern. „Das liegt an aufwändigeren und somit für uns umsatzstärkeren Verpackungen der Produkte, die unsere Kunden wählen, um sich ähnlich wie im CD- und DVD-Markt von der Konkurrenz abzugrenzen“, erläutert Fritzsch. Vinylsektor bleibt wichtig Der Vinylsektor bei MPO soll nicht zuletzt wegen dieser Steigerung nach wie vor eine wichtige Rolle spielen. „Dank ihrer Stabilität in den Hauptabsatzländern England, Deutschland und Frankreich sowie einer verstärkten Nachfrage in Spanien wird die Vinyl-Schallplatte ihren erheblichen Stellenwert innerhalb des MPO-Konzerns weiterhin behalten“, bekräftigt die Duplizier-Expertin. Unverändert hoch sei auch der Anteil von Kunden aus dem Bereich der elektronischen Musik, berichtet Janovsky: „Vinyl ist im House- und Techno-Bereich nach wie vor das Königs- „Der neue FTP-Upload bietet unseren Kunden einen Vorteil, der für eine verbesserte und schnellere Abwicklung auch von komplexen Vinylprojekten sorgt“, erklärt Sandra Fritzsch, Commercial & Administration Director bei MPO, im Gespräch mit MusikWoche. Ein zweites Überspielstudio, in das MPO eine Möglichkeit für Vinylmastering integriert hat, ergänzt die Servicepalette und verkürzt laut MPO die Gesamtlieferzeit bei Vinylprojekten um mindestens zwei Tage. Der Kunde benötigt dafür eine so genannte FTP-Software und den frei im Internet erhältlichen Client, mit dem er sich auf dem MPO-Server per Passwort einloggen kann. So kann er die jeweiligen Audiodateien hochladen – in der Regel wav-Dateien mit einer Auflösung von 16 Bit oder höher. Daraufhin meldet der Kunde der Firma, dass sich neue Master auf dem MPO-Server befinden, worauf der Duplizierer die Daten direkt von dort holt. „Da auf eine Vinyl-12″-Maxi oft nur zwei bis vier Musikstücke gepresst werden, dauert der Upload auf Kundenseite mit einer normalen DSL-Leitung durchschnittlich nur rund 30 Minuten. Gegenüber der alternativen Anlieferung eines Masters auf CD ist dies ein echter Zeit- und somit Kostenvorteil“, erklärt Marcel Janovsky, Account Manager Vinyl und Audio. Mit diesem Angebot will MPO an die gute Bilanz vom vergangenen Jahr anknüpfen. Denn trotz der „allgemeinen wirtschaftlichen Ruhiglage war das vergangene Geschäftsjahr für die MPO-Gruppe ein gutes Jahr“, teilt Sandra Fritzsch mit. Weil jedoch auch MPO die Erdölpreissteigerung gespürt habe, war eine allgemeine Preissteigerung für MPOKunden unumgänglich. „Da nicht alle format. Wir pressen circa 90 Prozent elektronische Musik, wobei sich die restlichen zehn Prozent auf Genres wie Hip- Hop, Jazz oder Rock verteilen.“ Insgesamt produziert MPO pro Jahr mehr als acht Millionen Vinylscheiben. Dabei habe sich die Prognose, die MPO vor einem Jahr in MusikWoche aufgestellt hatte, bewahrheitet, sagt Fritzsch: „Der stabile Marktanteil im Vinylsegment begründet sich auch weiterhin auf Veränderungen auf der Herstellerseite.“ Eine interne Analyse der Auftragsauflagen habe gezeigt, dass die Zahl der Aufträge im Bereich 300 bis 1000 deutlich zulegte, während sich die Zahl der 1000er-Auflagen verringerte. Die Kunden sind also verhaltener mit ihren Bestellmengen, aber die Anzahl an Bestellungen und somit an Kunden hat zugenommen. Dies sei auch der Tatsache zu verdanken, dass weitere Mitbewerber ihre Vinylproduktion aufgegeben haben: „Der Kuchen wird nicht größer – er verteilt sich nur neu.“ Von diesem Kuchen konnte sich MPO im vergangenen Jahr einige Sahnestücke abschneiden. So produzierte die deutsche Dependance des 1957 gegründeten französischen Unternehmens im Jahr 2004 unter anderem die 100. Veröffentlichung des Kölner Elektroniklabels Kompakt – „eine Vierfach-Vinyl im Klappcover, die jedes Sammlerherz höher schlagen lässt“, schwärmt Fritzsch. Bei einem weiteren Jubiläum hatte MPO die Finger im Spiel: Die Firma vervielfältigte jüngst die zehnte Ausgabe der Compilation- Reihe „Future Sound Of Jazz“ des Münchner Labels Compost. Dietmar Schwenger Profitieren von der Neuverteilung des Kuchens: Sandra Fritzsch und Marcel Janovsky www.mpo.de @
MusikWoche-Dossier: Vinyl
Auch die vermeintlich heile Welt der Vinylschallplatte leidet unter den anhaltenden Problemen des gesamten Musikmarkts. Zwar setzte das längst totgesagte Medium Ende der 90er-Jahre zu einem unerwarteten zweiten Höhenflug an, doch jetzt mehren sich die Anzeichen, dass auch in der Vinylnische die Zeiten ordentlicher Zuwächse erst einmal vorbei sind.





