Das digitale Musikgeschäft legte im Jahr 2006 in Österreich nach Absatzzahlen um 50 Prozent zu. Die IFPI Austria spricht von einem „weiterhin dynamischen Wachstum“ und berichtet von 6,2 Millionen Songs, die über Onlineshops oder mobile Portale verkauft wurden.
„Immer mehr Musikfans entdecken die Vorzüge des digitalen Musikkaufs“, meint IFPI-Geschäftsführer Dr. Franz Medwenitsch. „Mobilität, Flexibilität, das vielfältige Angebot und die Möglichkeit des Rund-um-die-Uhr-Shoppens waren die Hauptgründe für das deutliche Marktwachstum.“
Dabei griffen mehr Kunden zu mobilen Angeboten als zu Onlinedownloads: „Insgesamt entfallen in Österreich zwei Drittel der digitalen Musikverkäufe auf den Mobile- und ein Drittel auf den Internetmarkt“, hieß es aus Wien. Mit fast 2,5 Millionen Downloads seien Master Ringtones Spitzenreiter bei den Digitalverkäufen. „Aber auch andere mobile Formate wie Wallpapers, Logos, Grußbotschaften von Künstlern oder Ringback-Tones gewinnen mit knapp 900.000 Einheiten sowie ganze Songs und Musikvideos mit rund 300.000 Downloads stark an Terrain.“
Bei den Onlinedownloads dominieren laut IFPI-Angaben Einzeltitel mit 1,4 Millionen Verkäufen, „aber auch ganze Alben wurden bereits mehr als 150.000 Mal heruntergeladen“. Der Anteil des Digitalgeschäfts am Gesamtmarkt sei bei weiterhin steigender Tendenz nach Absatzzahlen auf 5,5 Prozent gewachsen.
Im physischen Bereich legten Musik-DVDs zu, Alben und Singles rangieren dagegen im Minus: „Die Musik-DVD konnte mit mehr als 700.000 an den Handel abgesetzten Einheiten um 15 Prozent zulegen“, heißt es bei der IFPI. Der Verkauf physischer CD-Alben sei zwar um drei Prozent gefallen, „die steigenden Alben-Downloads konnten diesen Rückgang jedoch nahezu ausgleichen“. Bei den Singles legte die 2-Track-Single zwar mit rund 260.000 Stück fast auf das Vierfache zu, der gesamte Single-Markt ging jedoch um 17 Prozent zurück. „Die Gesamtnachfrage nach Musikeinzeltiteln steigt weiterhin an, verlagert sich aber mehr und mehr auf den dynamisch wachsenden Online- und Mobile-Markt.“
Die vollständigen Zahlen zum österreichischen Musikgeschäft 2006 liegen voraussichtlich im März vor. Das Jahr 2005 schloss die Phonowirtschaft Österreichs bei Umsätzen in Höhe von 230 Millionen Euro nach Verbraucherpreisen über alle physischen und digitalen Formate mit einem Minus von zwei Prozent ab. Der Gesamtabsatz lag bei 18 Millionen Einheiten.






