Branchenlegende Ahmet Ertegun ist tot. Der Gründer von Atlantic Records starb am 14. Dezember im Alter von 83 Jahren in einem New Yorker Krankenhaus an den Folgen der Sturzverletzungen, die er sich bereits Ende Oktober bei einem Konzert der Rolling Stones im Rahmen der Feierlichkeiten zum 60. Geburtstag von Ex-Präsident Bill Clinton zugezogen hatte. Ahmet Ertegun kam mit elf Jahren als Sohn türkischer Diplomaten in die USA und gründete im Jahr 1947 zusammen mit seinem Bruder Nesuhi und Herb Abramson das Label Atlantic Records.
In ersten Reaktionen unterstrichen Branchengrößen die Bedeutung Erteguns für das Musikgeschäft: Warner-Chairman Edgar Bronfman jr. nannte die Errungenschafen Erteguns in den vergangenen 60 Jahren legendär. Ertegun sei nicht allein der Architekt hinter Atlantic Records, vielmehr habe er auch eine entscheidende Rolle beim Aufbau der Warner Music Group gespielt.
„Die Musikwelt hat mit dem Gründer von Atlantic Records, Ahmed Ertegun, einen der größten Pioniere und Visionäre – einen wirklichen ‚Musicman‘ – verloren“, sagte Bernd Dopp, Chairman & CEO Warner Music GSA. „Die Mitarbeiter von Warner Music Deutschland, Österreich und der Schweiz trauern um Ahmed Ertegun. Wir werden sein Lebenswerk stets in höchsten Ehren halten.“
„Nur wenige hatten einen vergleichbar großen Einfluss aufs Musikgeschäft wie Ahmet“, sagte David Geffen der „New York Times“ und bezeichnete den Verstorbenen als Wegbereiter für den Aufbau zahlreicher unabhängiger Unternehmen. Atlantic sei eines der größten Familienunternehmen im Tonträgermarkt gewesen, meinte der frühere Atlantic-President Jerry Greenberg, und Ertegun-Protégé Jason Flom, heute an der Spitze der amerikanischen Virgin-Niederlassung, nannte ihn ein „kreatives Genie“. Die Musikwelt habe einen Pionier und ein Idol verloren, klagte Craig Kallman, aktueller Chairman & CEO der Atlantic-Gruppe: „Und wir haben unseren Vater verloren.“
Ahmet Ertegun soll im Rahmen einer privaten Feier in der Türkei beigesetzt werden.






