Die „Second Amended Complaint“ baut als aktualisierte Version auf einer im Herbst 2023 eingereichten Klage über rund 500 Songs auf. Die Musikverlage werfen Anthropic weiterhin vor, geschützte Songtexte systematisch kopiert zu haben.
Die 71-seitige Klageschrift stützt sich auf interne Unterlagen, die im Beweisverfahren offengelegt wurden. Darin findet sich eine Abfrage von Mitgründer Tom Brown: „@Claude, wie lauten die Lyrics zu Desolation Row von Dylan?“, wie das britische Branchenmedium „Music Business Worldwide“ hervorhebt.
Anthropic und beauftragte Zeitarbeitskräfte hätten Claude zudem gezielt mit Aufforderungen nach Songtexten trainiert – für die Verlage der Beleg, dass dies „beabsichtigt, erwartet und darauf ausgelegt“ gewesen sei, „als Feature, nicht als Fehler“.
Zudem sollen Extraktionswerkzeuge gezielt Urheber:innenvermerke entfernt haben. In internen Gesprächen wurden diese als „nutzlosen Müll“ bezeichnet. Und: Allein in neun Tagen im September 2023 sei der Begriff „Lyric“ in über 170.000 Claude-Datensätzen aufgetaucht.
Als Beleg führen die Verlage an, dass Claude bei Songs wie „I Will Survive“ von Gloria Gaynor oder „American Pie“ von Don McLean identische oder nahezu identische Texte ausgegeben habe – teils ohne genannten Songtitel. Auf die Bitte, „einen Song über den Tod von Buddy Holly“ zu schreiben, habe das Modell den Text von „American Pie“ reproduziert. Gefordert werden nun bis zu 150.000 Dollar Schadensersatz, also rund 131.800 Euro, pro Werk.
Anthropic steht schon länger im Visier der Musikbranche: Concord, UMPG und ABKCO erwirkten bereits 2025 gerichtliche Zugeständnisse und verfolgen parallel ein noch ein Verfahren gegen das Unternehmen. Auch BMG reichte im März 2026 eine eigene Klage gegen Anthropic ein.







