Wie in den Vorjahren veröffentlicht der Branchenverband BPI (British Phonographic Industry) zunächst seine jährlichen Zahlen zum Musikkonsum in Großbritannien, bevor später die umsatzbasierten Zahlen des britischen Handelsverbands ERA (Entertainment Retailer’s Association) folgen. Laut BPI stieg der Konsum auf der Insel um 4,3 Prozent. Die Zahlen des BPI zeigen, dass die Zahl der Album-äquivalenten Verkäufe im Jahr 2022 insgesamt 166,1 Millionen betrug, nach 159,3 Millionen im Jahr 2021. Betrachtet man nur die Streamingzahlen alleine, so ergibt sich bei den Alben im Jahresvergleich ein Zuwachs um 8,1 Prozent auf 143,1 Millionen Einheiten – das sind 86,1 Prozent der Gesamtverkaufszahl.
In Großbritannien gab es in dem Zeitraum mehr als 159 Milliarden Audio-Musikstreams. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren belief sich diese Zahl für das Jahr 2017 nur auf 68,1 Milliarden Audio-Streams. Dagegen gingen die Verkäufe digitaler Alben in Großbritannien im vergangenen Jahr um 18,9 Prozent auf 3,7 Millionen Einheiten zurück; Der Verkauf von CD-Alben ging um 19,3 Prozent auf 11,6 Millionen Einheiten zurück, während die Vinyl-LP-Verkäufe um 2,9 Prozent auf 5,5 Millionen Einheiten stiegen. Das ist die höchste Jahressumme für dieses Format seit 1990. Die Verkaufszahl von Musikkassetten kletterte um 5,2 Prozent auf 195.000 Einheiten.
Die BPI betont, dass die Zuwächse der achte jährliche Anstieg des Gesamtverbrauchs in Folge sind, zugleich bedeuteten sie eine Rückkehr zur Beschleunigung dieses Wachstums. So wuchs der Musikkonsum im Vereinigten Königreich im Jahr 2019 um 7,5 Prozent, dann im Jahr 2020 um 8,2 Prozent, bevor er sich 2021 auf 2,5 Prozent verlangsamte.
Die BPI würdigt zudem den Erfolg britischer Acts, so sind die Top-10-Singles des Jahres fest in britischer Hand. UK-Acts verbrachten 2022 ganze 36 Wochen an der Spitze der Singles-Charts und machten 58 Prozent der Top-100-Charts aus.
„Es ist wunderbar zu sehen, wie so viele aufregende Newcomer neben etablierteren britischen Acts aufblühen“, sagt die neue BPI-Vorsitzende Yolanda Brown. Sie sieht zudem bereits die nächste Welle britischer Talente und begründet dies mit einer „überzeugenden Mischung aus Kreativität und Kunstfertigkeit, den ständig wachsenden Möglichkeiten durch Streaming und der Unterstützung der Acts durch ihre Plattenfirmen“.
Unabhängige Labels haben ihren Anteil am Verkauf von Albumäquivalenten von 26,9 Prozent im Jahr 2021 auf 28,6 Prozent im Jahr 2022 erhöht, was an Erfolgen unter anderem von Wet Leg, The 1975, Arctic Monkeys, The Wombats und Louis Tomlinson liege.





