Recorded & Publishing

Musikindustrie im Visier der US-Kartellbehörden

Das US-Justizministerium hat seine seit mehreren Monaten laufenden kartellrechtlichen Untersuchungen bezüglich der Lizenzierungspraktiken der Musikindustrie an Online-Dienste intensiviert.

Das US-Justizministerium hat seine seit mehreren Monaten laufenden kartellrechtlichen Untersuchungen bezüglich der Lizenzierungspraktiken der Musikindustrie an Online-Dienste intensiviert. Hierzu verschickte das Ministerium sogenannte „zivilrechtliche Anfragen“ an den Verband der US-Musikindustrie RIAA sowie an die Betreiber der Major-Online-Dienste pressplay und MusicNet. Die Untersuchung dreht sich vor allem um die Frage, ob die großen Plattenfirmen wettbewerbswidrige Absprachen getroffen und somit ihre exklusive Urheberrechts-Macht ausgenutzt haben, um damit den Online-Vertrieb von Musik unter ihre Kontrolle zu bringen. Mehrere Internetfirmen wie zum Beispiel FullAudio und Uplister hatten beklagt, von den Musikfirmen keine Lizenzen erhalten zu haben. Neben der Lizenzvergabe steht auch die Vorgehensweise der Industrie bei der Festlegung von Gebühren auf dem Prüfstand. Ebenso interessiert sich die Behörde für den Themenkomplex Internet-Radio. Ein pressplay-Sprecher bezeichnete die ausgeweiteten Untersuchungen in einer ersten Stellungnahme als „Routinesache“ und „Informationsanfrage“. Sowohl pressplay als auch MusicNet erklärten sich zur Kooperation mit den Ermittlern bereit. Neben der könnten die Kartelluntersuchungen die Pläne der Musikindustrie, noch in diesem Jahr ihre Online-Dienste an den Start zu bringen, erheblich gefährden.