Recorded & Publishing

Musikgeschäft bleibt steiniges Feld

Das zu Ende gehende Jahr brachte kaum Neues für den Tonträgerhandel: Die Margen blieben knapp, die Probleme reichlich. Traditionsgeschäfte und Aufsteiger schlossen ihre Türen, und auch die Fachmärkte kämpfen mit sinkenden Umsätzen.

Gleich zwei Geschäfte, die von der Branche einen Echo als Handelspartner des Jahres erhielten, strichen 2001 ihre Segel: Im Februar schloss Das Ohr in Münster, zur Jahresmitte folgte das Medienhaus Prinz in Mannheim. Dort stritten die Mitarbeiter lange mit den Arbeitgebervertretern. Bereits zuvor erwischte es mit Libro einen Neueinsteiger: Die in Österreich beheimatete Kette musste ins Vergleichsverfahren, legte ihre Expansionspläne auf Eis und schloss schließlich ihre Läden in Deutschland. Betroffen waren 169 Mitarbeiter in 19 Libro- und Boulevard-Filialen. Libro verbuchte allein im Deutschland-Geschäft im Berichtsjahr 2000/2001 Verluste von 62,5 Millionen Mark. Nur teilweise zu retten waren die Filialen der Brinkmann-Gruppe, die im Februar Insolvenz anmelden musste: Von den ursprünglich mehr als 40 Häusern übernahm der Rewe-Konzern nach dem Scheitern einer Gesamtlösung ganze elf und die Verbundgruppe Electronic Partner zwei weitere. Das Brinkmann-Stammhaus in Hamburg erlebte einen Management-Buyout, ähnlich wie die Filiale in Wismar, zwei weitere Häuser betreibt nun die Firma Beriet. Aber nicht nur Vollsortimenter hatten einen schweren Stand, auch die von manchen Branchenvertretern als Alternative angemahnte Spezialisierung sicherte nicht immer ein Überleben: So gaben im September zum Beispiel musicland in Hannover als ausgewiesener Spezialist für Vinyl und das Berliner Weltmusik-Fachgeschäft Canzone auf.