Beim Digital-Gipfel an der Belmont University in Nashville deuteten führende Vertreter der Musikbranche erneut höhere Preise für Downloads an. Das gegenwärtige Preismodell sei auf Dauer nicht rentabel, heißt es. „Wir werden wahrscheinlich bald Preise jenseits von 99 Cent sehen“, führte der bei EMI für alles rund um die Digitaldistribution zuständige Senior Vice President Ted Cohen aus. „Wir können Musik im Internet ja nicht ständig als Sonderangebot anpreisen wie wir das im traditionellen Handel machen.“ Zumal bei der Konkurrenz mit illegalen P2P-Angeboten auch bei 99 Cent pro Song kaum von einem Sonderangebot zu sprechen sei.
Indirekte Zustimmung erhielt Cohen von Ole Obermann. Der Vice President und General Manager von Liquid Digital Media erklärte, es sei in Zukunft kaum mit Preissenkungen bei Downloads zu rechnen. Die 88 Cent, die WalMart.com pro Song verlangt, seien das absolute Minimum der Machbarkeit. Obermann warnte zugleich davor, nach den Anfangserfolgen im Downloadverkauf nun die Zügel schleifen zu lassen. „Die Firmen sind im Moment so sehr damit beschäftigt ihre Bezahldienste auf die Beine zu stellen, dass über zukünftige Geschäftsmodelle zu wenig nachgedacht wird.“
Eines dieser Zukunftsmodelle sei das tragbare Musikabo, versuchte Napster-Chef Chris Gorog die gut 800 Zuhörer im großen Auditorium der Uni zu überzeugen. Gorog nutzte die eintägige Veranstaltung, um für sein Angebot Napster To Go die Werbetrommel zu rühren. Die renommierte Belmont University mit ihrem landesweit bekannten Lehrstuhl für Musik war erstmals Veranstaltungsort des Digital Music Summit.






