Am zweiten Tag der diesjährigen Konferenz Credit Suisse Media & Telecom Week, die vom 4. bis zum 7. Dezember in New York stattfindet, diskutierten Vertreter der Musikbranche über die Entwicklungen im Musikgeschäft. Im Fokus stand dabei insbesondere der digitale Sektor.
Das Wachstum im Digitalgeschäft 2006 habe die hohen Erwartungen zwar nicht erfüllt, bekannte Edgar Bronfman jr., Chairman und CEO der Warner Music Group laut „Hollywood Reporter“. Er bleibe aber dennoch optimistisch, was künftige Zugewinne betrifft. „Wir stehen noch am Anfang der Entwicklung“, erklärte Bronfman und setzt künftig vor allem auf neue Geschäftsmodelle. „Der Bereich Werbung wird als Einnahmequelle immer wichtiger.“ Dies gelte vor allem in den Bereichen, in denen versucht wird, mithilfe von Musik eine verbesserte Markenbindung herzustellen.
„Der Einbruch bei den physikalischen Verkäufen wird von den digitalen Absätzen mehr als nur kompensiert“, gab sich auch Vivendi-CFO Jacques Espinasse zuversichtlich. Der Langzeittrend sei für die gesamte Branche ermutigend. Bisher erziele die Vivendi-Tochter Universal Music Group (UMG) gut zehn Prozent ihrer Einkünfte aus dem Digitalgeschäft. Wo dieser Prozentsatz in drei Jahren liege sei aber schwer einzuschätzen.
Wichtig sei es vor allem, künftig die Gewinnspannen zu erweitern, waren sich Bronfman wie Espinasse einig. „Wir konzentrieren uns weiter auf die Kosten“, erklärte Bronfman. „Wir müssen die Margen vergrößern.“ Diese seien alles in allem im Verlagsgeschäft attraktiver, als beim Verkauf von Tonträgern, hob Espinasse hervor und betonte in diesem Zusammenhang die finanziellen Vorteile, sollten die Europäischen Wettbewerbshüter grünes Licht für den Kauf von BMG Music Publishing durch die UMG geben. Eine Entscheidung erwartet Espinasse spätestens im zweiten Quartals des nächsten Jahres.
EMI-Chairman Eric Nicoli, der ursprünglich auch an dem Treffen teilnehmen wollte, hatte seinen Besuch kurzfristig abgesagt. Grund dafür sind offenbar die anhaltenden Gespräche über eine potenzielle Übernahme der EMI Group durch private Investoren.






