In einer zweistündigen Gesprächsrunde diskutierten Vertreter aus verschiedenen Bereichen der Musikbranche mit Steffen Kampeter, Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Haushaltsausschuss, wirtschaftliche Problemzonen und Möglichkeiten staatlicher Hilfe. Kampeter, Initiator des Dialogforums Musik und ausgewiesener Kenner der Materie, betonte in seiner Einführung: „Die seriöse Wahrnehmung der bundesdeutschen Kreativwirtschaft steht im Kern unserer politischen Interessen.“ Und die Kreativwirtschaft müsse „in der Wirtschaftspolitik ankommen“, forderte Kampeter, der zugleich drei wichtige Themenfelder nannte, die man nun schleunigst angehen müsse: die Umsetzung der Bestimmungen zur Ausländersteuer, die Urhebervertragsrechtsnovellierung und die Harmonisierung des Urheberrechts. Auf jeden Fall wolle er den Dialog mit der Musikbranche fortsetzen, nicht zuletzt auf der Popkomm – so plane die CDU/CSU in deren Umfeld auch ein weiteres Dialogforum.
In den Dialog trat Kampeter dann bei der anschließenden Podiumsdiskussion ein, bei der Vertreter verschiedener Bereiche der Branche erzählten, wo sie der Schuh drückt – leider ohne einen klaren gemeinsamen Forderungskatalog an die Politik aufzustellen. So entstand eine authentische Momentaufnahme vom Zustand einer bedrohten Branche, die an vielen Stellen gleichzeitig den Einsatz politischer Feuerlöscher anmahnt: Angesprochen wurden Themen wie die Neuheitenquote, der Kopierschutz, der verminderte Mehrwertsteuersatz, das Musikexportbüro oder die Ausländersteuer. Peter Zombik (Geschäftsführer des Bundesverbands Phono) referierte eingangs die Besorgnis erregende Entwicklung des Tonträgermarkts: „Wir brauchen dringend funktionsfähige Märkte.“
Dann berichteten Peter James (Geschäftsführer des VUT), Jan Hendrik Becker (Produzent und Moderator Viva Plus), Leslie Mandoki (Red-Rock Production), Frank Maaß (Managing Director Turbo Beat Music GmbH) und Wolfgang Orthmayr (Geschäftsführer WOM) sozusagen aus der Praxis und diskutierten mit den zahlreichen Fachleuten im Publikum; als Moderator fungierte Manfred Gillig-Degrave (musikwoche.de). Der Nachmittag klang mit einem Referat von Christoph Stölzl, dem Vizepräsidenten des Berliner Abgeordnetenhauses und früheren Kultursenator, aus. Stölzl vermittelte historische Einsichten in den Nutzwert von Musik und Kunst, den er als Zusammentreffen von Notwendigkeit und Kompetenz erklärte. Mit seinem daraus resultierenden Appell an die Macher, erst einmal mehr Qualität zu schaffen, statt bessere Rahmenbedingungen von der Politik zu fordern, blieb Stölzl allerdings hinter den Erkenntnissen seines Parteikollegen Kampeter weit zurück.





