Recorded & Publishing

Musik-DVD in USA weiter auf dem Vormarsch

Das Geschäft mit Musik-DVDs hat 2004 weiter Fahrt aufgenommen: Die Zahl der Veröffentlichungen stieg im vergangenen Jahr um weitere 19 Prozent. Und auch der Umsatz kann Schätzungen zufolge einen satten Zuwachs verzeichnen.

Das Geschäft mit Musik-DVDs hat 2004 weiter Fahrt aufgenommen: Die Zahl der Veröffentlichungen stieg laut „DVD Release Report“ im vergangenen Jahr um weitere 19 Prozent. Und auch der Umsatz kann Schätzungen zufolge einen satten Zuwachs verzeichnen. So geht die Martforschungsanalyse des „Video Store Magazine“ von einem Gesamtumsatz von 500 Mio. Dollar im Jahr 2004 aus, das wären 100 Mio. Dollar mehr als 2003. Auch die Charts-Ermittler von Nielsen SoundScan vermeldeten zum 26. Dezember einen Anstieg der Verkäufe um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der einzige Wermutstropfen im Geschäft mit Musik-DVDs dürfte dabei die Entwicklung bei der Markteinführung neuer Formate wie dem Hybridformat DualDisc sein. Hier verzeichneten die Marktbeobachter diverse Probleme, da die neuen Formate trotz diverser Tests nicht mit allen Hardware-Systemen kompatibel seien und so die Kritik der Verbrauchervertreter auf sich zögen. Der Beitrag dieser Formate zu den Verkaufszahlen blieb daher gering. Zudem blieben die Konzerne auch bei der Anzahl der Veröffentlichungen zögerlich.

Zu den Verkaufsschlagern im vergangenen Jahr gehörten u.a. die beiden Warner-Veröffentlichungen „Concert For George“ und „Live Aid“. Vor allem der Mitschnitt des Benefizkonzerts von 1984 habe dabei laut Paul DeGooyer, VP bei Warner Strategic Marketing, die Erwartungen übertroffen. Weitere Bestseller auf dem US-Markt waren Creeds „Greatest Hits“, U2s „How To Dismantle An Atomic Bomb“ sowie „Lil‘ Jon And The East Side Boys Part II“. Diese drei Veröffentlichungen erschienen in einer kombinierten Box aus CD und DVD.

Nicht nur der traditionelle Musikhandel setzt mehr und mehr auf die DVD. Auch Non-Traditional-Outlets wie die Buchhandelsketten Borders und Barnes & Noble oder die Kleidungskette Urban Outfitters vergrößern ihr Angebot an Musik-DVDs. Der Elektronikkonzern Best Buy will seinen Anteil am Geschäft mit Musik-DVDs durch Aktionen mit Exklusivveröffentlichungen ausbauen. So warb Best Buy beispielsweise für ein exklusives DVD-Set von Elton John, das für rund 30 Dollar erhältlich war. Solche Aktionen schadeten dem Ansehen kleinerer, unabhängiger Händler oder Ketten, die das Produkt nicht anbieten könnten, erklärte Todd Zaganiacz, President der National Buying Group.