Recorded & Publishing

Musik-DVD beschert dem Handel Umsatzplus

Das vom Entertainment Media Verlag und der Media Business Academy veranstaltete Seminar „DVD Entertainment 2001“ führte am 25. und 26. Oktober ein großes Fachpublikum zusammen. musikwoche.de fasst die Standpunkte der Händler zusammen.

“Der DVD-Käufer ist in einer Zwangslage: Er braucht Futter für seinen Player. Das ist ein Problem, das wir gern lösen“, erklärte Marc Meyer, General Manager HMV Deutschland. „Wir müssen es schaffen, den DVD-Player als das Entertainment-Gerät zu etablieren.“ Im Rahmen des Panels „Musik-DVD – Das verkannte Genie“ diskutierten Bernhard Körber, Hauptabteilungsleiter beim Systemdienstleister AMS, und Hugo Heinzen als Vorstandsmitglied des Fachverbands Tonträger im Gesamtverband Deutscher Musikfachgeschäfte (GDM) mit Vertretern der Hersteller über das Potenzial der Musik-DVD.

In Abwandlung des Themas stellte Körber die Musik-DVD als „das unbekannte Medium“ dar. AMS führe derzeit rund 1200 Titel in diesem Bereich, das sei nur ein Drittel des auf DVD verfügbaren Filmrepertoires: „Die Musikindustrie hat die Möglichkeiten der Musik-DVD zu spät erkannt. Das Angebot an aktuellen Themen muss deutlich ausgeweitet werden.“ Für den Fachhandel berichtete Heinzen von Zuwächsen: Bei ihm liege der Umsatzanteil von DVDs bei acht Prozent, zehn Prozent davon steuere die Musik-DVD bei. In seinem zweiten Geschäft „verdoppelt sich der Umsatz mit Musik-DVDs fast monatlich“.

Heinzen forderte die Her- steller auf, dem Handel Informationen zur Verfügung zu stellen. Diese könnten Verkäufer an Kunden weitergeben. Am zweiten Seminartag referierte Werner Müller, Bereichsleiter Tonträger Müller, über „Perspektiven im klassischen Handel“ und Michael Huchthausen, Vorsitzender des Fachverbands Tonträger, zum Thema „Die DVD erobert den Fachhandel“. Heiß erwartet positive Effekte durch Preisoffensiven bei DVD-Playern. „Die Grundstock-Käufe bringen rosige Zeiten, über die Margen müssen wir allerdings nicht sprechen“, erklärte er.

Während im CD-Geschäft Vernunft eingekehrt sei, gebe der Handel DVDs zu wirtschaftlich nicht vertretbaren Preisen ab. Huchthausen sah die Fachmärkte beim Thema DVD im Vorteil, da Kunden hier Zugriff auf Hard- und Software hätten. Außerdem sei es erforderlich, dass Filmanbieter direkt mit dem Fachhandel arbeiteten. Derzeit sei dieser noch auf den Großhandel angewiesen und stünde in den Augen der Kunden oft als überteuert da.