Recorded & Publishing

Musicload.de soll Phonoline nutzen

Branchenintern hatte es schon länger Verwunderung darüber gegeben, warum bei der Telekom zwei Tochterfirmen unterschiedliche Technologielösungen für den Download-Verkauf verfolgen. Nun hat Konzernchef Kai-Uwe Ricke offenbar ein Machtwort gesprochen.

Branchenintern hatte es schon länger Verwunderung darüber gegeben, warum bei der Deutschen Telekom zwei Tochterfirmen unterschiedliche Technologielösungen für den Download-Verkauf verfolgen. Nun hat Konzernchef Kai-Uwe Ricke offenbar ein Machtwort gesprochen: Sobald PhonoLine, das gemeinsame Download-Projekt der deutschen Musikbranche und eine Entwicklung der Telekom-Festnetztochter T-Com, stabil läuft, soll auch die Konzernschwester T-Online ihr Angebot Musicload.de auf das Phonoline-System umstellen. Laut der „Wirtschafts Woche“, die sich auf einen internen Vorstandsbeschluss beruft, war Ricke der wachsende konzerninterne Wettbewerb bei Musikdownloads ein Dorn im Auge. So scheint es nun, als erhielte die schnellere Telekom-Tochter als „Belohnung“ für ihre zügigere Entwicklung eines funktionierenden Download-Shops die noch immer nicht zu Ende entwickelte Lösung der Konzernschwester verordnet. „Wir haben das nie ausgeschlossen“, kommentierte T-Online-Sprecher Michael Schlechtriem den „WiWo“-Bericht. Startschuss für Phonoline soll am 18. März auf der CeBit sein, nachdem T-Com wiederholt die geplanten Launch-Termine nicht einhalten konnte. Ursprünglich sollte Phonoline bereits im August 2003 zur Popkomm starten. Bei T-Online wollte man indes nicht mehr warten und möglichst schnell in den Download-Markt einsteigen. So griff man bei der Einführung von Musicload.de zu der bereits damals vorliegenden Plattform von Siemens und Digital World Services. Ein System, das bei der Auftragsvergabe für Phonoline von den deutschen Plattenfirmen abgelehnt wurde. „Wir mussten damals starten, um im Markt präsent zu sein“, sagte Schlechtriem. Das Portal habe sich seither sehr gut entwickelt. Derzeit sind rund 100.000 Musiktitel im Angebot, rund 70.000 Nutzer haben sich bislang registrieren lassen. Unklar ist, wie diese Systemumstellung die bereits laufenden Musicload-Partnershops von WOM, RTL und Bild.T-Online beeinflussen wird.

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