Der DRM-Stopp der EMI Group hält die Branche auf Trab. Die Meinungen zum Verzicht auf digitale Kopiersperren sind speziell bei Analysten und Labels vielfältig, doch der Handel zaudert nicht lange. Vor allem das Downloadportal der Telekom will iTunes nicht lange das Feld alleine überlassen.
Musicload verhandle mit EMI und allen anderen Labels über die Lizenzen für den Verkauf von MP3-Dateien, erklärte Vice President Joachim Franz. „Wir begrüßen die Entscheidung der EMI sehr, einen Großteil ihres Musikkatalogs für den DRM-freien Onlinevertrieb freizugeben.“ Der Einsatz von DRM-Systemen sei „nicht mehr zeitgemäß“, sagte Franz.
Schon vor einigen Wochen hatte der Musicload-Chef betont, dass die mittelfristigen Umsatzprognosen für das Digitalgeschäft nur mit offenen Standards zu erreichen seien. Bestätigt wurde diese Einschätzung von den Ergebnissen eines Testlaufs Ende des vergangenen Jahres, der die Erwartungen übertroffen habe.
Damals hatte der Telekom-Downloadshop zahlreiche Songs als MP3 angeboten – die Nachfrage stieg zum Teil um 40 Prozent. „Von der Entscheidung der EMI erhoffen wir uns weitere wichtige Impulse für unsere Verhandlungen mit den Musiklabels.“ Inwieweit auch Musicload zu Vorschusszahlungen an EMI gezwungen sein wird, ist nicht bekannt. Unbestätigten Meldungen zufolge überweist Apple fünf Millionen Dollar an EMI, um das DRM-freie Material verkaufen zu dürfen.






