Mit 15,5 Mio. im Jahr 2005 abgesetzten Downloads sieht sich Musicload weiterhin als Marktführer im deutschen Digitalhandel. Gemessen an den insgesamt 21 Mio. Downloads, die im vergangenen Jahr in Deutschland verkauft wurden, entspräche dies einem Marktanteil von 73,8 Prozent. Mitbewerber Apple will diesen Anspruch jedoch nicht unwidersprochen akzeptieren. „In einem Moment sind wir vorne, in einem anderen die“, erklärte Apple-Sprecher Georg Albrecht dem „Handelsblatt“. Im Gegensatz zu Musicload zähle man bei iTunes nur die tatsächlich verkauften Titel und nicht auch die über Promotions verschenkten Downloads. Wie viele Songs es bei Apple 2005 waren, verriet Albrecht allerdings nicht und blieb damit den Beweis für seine Aussagen schuldig.
Musicload-Chefin Susanne Peter will jedenfalls nach der Vervierfachung im letzten Jahr die Absatzzahlen 2006 verdoppeln. Profitabel arbeite man bereits jetzt. Mit dem für dieses Jahr geplanten Musikabonnement à la Napster und Yahoo! dürften sich die Margen bei Musicload zusätzlich verbessern. Doch Peter warnt vor einem ersten Stottern im Wachstumsmotor Digitalvertrieb: Gegenüber dem stationären Handel hätten die Downloadanbieter mit einem zunehmend unflexiblen Preismodell zu kämpfen, findet Peter. So könne man z.B. Backkatalogtitel nicht zu ähnlichen stark rabattierten Preisen wie der Einzelhandel anbieten.
Ulrich Järkel, Senior Vice President Strategic Marketing bei Sony BMG, erklärt im „Handelsblatt“, woran dies liegt: Während in den Verträgen mit den Künstlern bei der Zweit- und Drittauswertung des Repertoires auf Tonträgern meist verminderte Tantiemensätze vereinbart wurden, gibt es bei der Auswertung in digitalen Konfigurationen in der Regel keine Nachlässe für spätere Verwertung. „Hier ist oft keine Veränderung der Abgaben über die Lebensdauer vorgesehen.“ Sollten die Labels also für ihren Backkatalog die Downloadpreise senken wollen, ginge das voll zu Lasten der Plattenfirmen, so Järkel.





