Recorded & Publishing

Musicload ließ Experten diskutieren

Das digitale Musikgeschäft bietet beste Zukunftsperspektiven, wenn die Rahmenbedingungen für den Konsumenten stimmen. Auf diesen Nenner lassen sich zwei Gesprächsrunden zur „Zukunft des Digitalen Rights Managements“ bringen, zu denen Musicload eingeladen hatte.

Musicload weiß inzwischen recht genau, was die Kunden wollen. In ihrer einleitenden Keynote wies Susanne Peter von Musicload zum Beispiel darauf hin, dass gut die Hälfte aller Käufer von Downloadtracks diese auch auf CD brennen wollen. Und dass es den Kunden dabei darauf ankommt, mit den gekauften Dateien möglichst flexibel und ohne Restriktionen umgehen zu können. Aus Kundensicht gilt deshalb: Der Downloadshop muss so nutzerfreundlich wie möglich funktionieren, Interoperabilität dank einheitlicher Datenformate und Kompatibilität der Geräte muss gewährleistet sein.

Wie lässt sich das mit den Interessen der Rechteinhaber und Urheber vereinbaren? Zum Beispiel mit Digital Rights Management (DRM). Thorsten Rothmann, Director New Media bei Sony BMG (BMG Media & Catalogue), betonte, dass es aus Sicht der Musikindustrie keine Alternative zu DRM gebe, um digitale Inhalte zu schützen. Dabei müsse das Motto lauten: „So nutzerfreundlich wie möglich, so sicher wie nötig.“ Das beste DRM sei allemal eines, von dem der Kunde überhaupt nichts mitbekommen. Dem stimmten alle zu. Cyrill Glockner (Business Manager Microsoft Deutschland) machte sich zudem für die Interoperabilität verschiedener DRM-Modelle stark und appellierte dabei an die Musikbranche, die Nutzungsrechte zu vereinheitlichen. Außerdem verwies er auf Abomodelle für Musikdownloads als Zukunftschance.

Uneingeschränkte Nutzungsrechte für den User forderte hingegen Tim Renner (Motor). Er plädierte dabei für das mp3-Format als Standard. Allerdings räumte er ein, dass man auch Dateien mit DRM erfolgreich vermarkten könne. In diesem Zusammenhang verwies Dr. Matthias Runte (Runte Consulting) auf den Mehrwert legaler Tauschbörsen – P2P mit geschützen Files. Ekkehard Kuhn vom Bundesverband Phono gab zu bedenken, dass die verschiedenen Businessmodelle erst durch den Einsatz von DRM ermöglicht würden. Die Rechteinhaber müssten selbst entscheiden, wie sie ihre Musik vermarkten wollen.

Einigkeit herrschte schließlich bei der von Musicload ausgerichteten Expertenrunde, als deren Moderator am 22. Februar im Hamburger Hotel Le Royal Meridien musikwoche-Chefredakteur Manfred Gillig-Degrave fungierte, dass der Kunde auch im digitalen Musikhandel König sein muss. Noch wartet er häufig auf seine Krönung – nicht zuletzt wegen der vielen digitalen Endgeräte, die für Verwirrung sorgen, weil sie, wie Susanne Peter anmerkte, nicht mit allen Musikformaten harmonieren. Aber da will Musicload ja bereits zur Cebit mit einem eigenen Abspielgerät Abhilfe schaffen.