Recorded & Publishing

Munns und Berman sind sauer auf die „FT“

Die britische Tageszeitung „Financial Times“ hat sich den Zorn der Musikbranche zugezogen. Ein Artikel, der P2P-Filesharing als Wettbewerb für die Musikindustrie bezeichnete und auch sonst nicht mit Kritik sparte, veranlasste sogar zwei prominente Branchenvertreter zu gesalzenen Leserbriefen.

Die britische Tageszeitung „Financial Times“ hat sich den Zorn der Musikbranche zugezogen. Ein Artikel, der P2P-Filesharing als Wettbewerb für die Musikindustrie bezeichnete und auch sonst nicht mit Kritik an den Plattenfirmen sparte, veranlasste sogar zwei prominente Branchenvertreter zu gesalzenen Leserbriefen. IFPI-Chairman Jay Berman meinte in seiner Zuschrift, der Autor des Artikels (John Kay) hätte eine Lektion in Sachen geistiges Eigentum nötig. Auch hätte er wohl die wirtschaftlichen Zusammenhänge zwischen Internetpiraterie und der Krise der Musikbranche nicht verstanden. „FT“-Autor Kay hatte in seinem Text („The music industry needs to change the record“, 2. Juni) argumentiert, Urheberrechtsverletzung sei kein Diebstahl. Dieser Ansicht widersprach auch Leserbriefschreiber David Munns, Vice Chairman von EMI Music, der auf ein britisches Gerichtsurteil aus dem Jahre 1993 verweist, in dem Urheberrechtsverletzung als „Stehlen vom rechtmäßigen Besitzer des Copyrights“ bezeichnet wird. Munns verwehrte sich zudem gegen Kays Unterstellung, die Musikindustrie habe nicht auf die Nachfrage der Kunden nach digitalen Angeboten reagiert. Neben den diversen Download-Diensten hätten die Plattenfirmen inzwischen auch Repertoire an Mobilfunker oder In-Store-Kioske lizenziert.