“Selbstverständlich machen wir die Entwicklung weg von der CD, hin zur DVD genauso mit wie der Gesamtmarkt“, erklärt Werner Heiß als Bereichsleiter Multimedia der Ulmer Müller Zentrale im Gespräch mit musikwoche.de. Beim Umsatz und bei den Angebotsflächen gebe es entsprechende Verschiebungen.
Die derzeitige Lage der Branche wirkt sich bei Müller auch auf die Gestaltung von neuen Filialen aus: „Die Flächenplanungen bei Neueröffnungen sind etwas moderater als noch vor zwei, drei Jahren“, räumt Heiß ein. Dennoch konnte Müller im Tonträgergeschäft weiter Boden gewinnen: Nach Recherchen von musikwoche.de näherte sich der bundesweite Marktanteil der Ulmer im Jahr 2002 der Marke von zehn Prozent an, im Vorjahr waren es noch rund acht Prozent. „Mir persönlich wären allerdings sieben Prozent in einem wachsenden Markt lieber als zehn Prozent in einem rückläufigen“, meint Heiß.
Im DVD-Geschäft reicht Müller dagegen noch nicht an die Marktposition bei den Tonträgern heran: „Hier liegen wir noch weit unter unseren Musik-Anteilen: Zum einen, weil wir im Bereich DVD durch unsere Filialstruktur etwas später vom DVD-Boom profitiert haben, zum anderen, weil ein Blockbuster auf DVD oder VHS in so vielen Handelsschienen verteilt ist, dass sich die Verkäufe viel weiter aufsplitten.“
Das im Vorjahr von Heiß angekündigte Expansionsziel von 250 Outlets mit Multimedia-Abteilung hat Müller zwischenzeitlich erreicht: Am 27. Februar eröffnete das Unternehmen in Kevelaer seine 252. Filiale mit einem Angebot an Tonträgern, Videos und DVDs. Hinzu kommen sieben Outlets auf Mallorca.
Zum 50. Geburtstag im März plant Müller zudem einen Jubiläumsprospekt: „In diesem Rahmen wird auch die Multimedia-Abteilung Produkte bewerben, allerdings nicht preisagressiver als üblich.“ Bei Verkaufspreisen von 9,99 Euro für noch aktuelle CDs will Heiß nur mitziehen, „wenn die Hersteller solche Preise rechenbar machen, um etweder Retouren zu vermeiden oder um Quartalszahlen zu erreichen“. Allerdings ergänzt er: „Selbstverständlich kann 2003 nicht nur der Preis zählen.“ Was zähle, seien unter anderem die eigenen Charts-Poster, die Müller im vergangenen Jahr einführte, und die auch über die Homepage abrufbar sind: „Sie sind aktueller als die offiziellen Charts und berücksichtigen unsere Käuferstruktur deutlicher.“






