Recorded & Publishing

Müller peilt flächenbereinigtes Plus an

Mit einem Marktanteil von bundesweit rund acht Prozent hat sich die Handelskette Müller als eine Spitzenkraft im Musikgeschäft etabliert. musikwoche.de fragte Werner Heiß, Bereichsleiter Multimedia, nach Zielen und den weiteren Expansionsplänen Müllers.

“Wir expandieren weiterhin auf hohem Niveau und sollten bis zum Herbst unsere 250. Filiale mit Multimedia-Abteilung eröffnet haben“, erklärt Werner Heiß, Bereichsleiter Multimedia der Müller-Zentrale in Ulm. Derzeit führen 238 von insgesamt 320 Filialen des Drogeriekonzerns eine Abteilung mit Unterhaltungssoftware, und jährlich kommen rund 15 bis 20 Häuser in diesem Bereich neu dazu, erläutert Heiß.

Im Tonträgergeschäft verzeichnet Müller inzwischen einen Marktanteil nach Industrieangaben in Höhe von acht Prozent, eine Zahl, die Heiß als „ziemlich gut getroffen“ bezeichnet: „Für ein mittelständisches Unternehmen ist das ein angenehmes Ergebnis.“ Über Müller rangieren demnach in der Statistik nur noch MediaMarkt und Saturn, aber „wir sollten uns nicht nach der Decke strecken“, meint Heiß: „Der Marktanteil ist für uns nicht das vorrangige Ziel.“ Vielmehr will Müller auf den vorhandenen Flächen zum Ende des Geschäftsjahrs am 30. Juni weiterhin so dastehen wie bislang: „Ein kleines flächenbereinigtes Plus sollte zu schaffen sein. Vor allem die DVD hilft dazu momentan sehr schön.“ Allerdings liege der Marktanteil Müllers im Segment Video und DVD noch unter dem Ergebnis der CDs, Heiß rechnet hier mit einem Anteil von vier bis fünf Prozent.

Nach seiner Schätzung schlug Müller im vergangenen Jahr rund 20 Millionen Tonträger, Videos, DVDs und Zubehörartikel über das Zentrallager in Ulm um. Der Bereich trage somit „rund ein Sechstel“ zum Gesamtumsatz des Unternehmens bei, der im Kalenderjahr 2000 bei mehr als 1,47 Milliarden Euro lag.

Im Zentraleinkauf Müllers arbeiten derzeit unter dem Gesamteinkaufsleiter Gerhard Kramer, gleichzeitig Vorstandsmitglied des Handelsverband HAMM, fünf Mitarbeiter in der Kategorie Multimedia: Neben Bereichsleiter Heiß gehören dazu Armin Fink, Carsten Maier, Peter Fritsch und Michael Zittlau. Seine Karriere bei Müller begann Heiß vor 17 Jahren als Abteilungsleiter einer kleineren Filiale, später wechselte er in den Außendienst, und seit vier Jahren fungiert er in der Ulmer Zentrale als Bereichsleiter.

Auch die inzwischen sechs Filialen im Nachbarland Österreich betreut das Ulmer Einkaufsteam: „Wir beliefern diese Häuser momentan noch von hier aus, und über die österreichische Industrie betreuen wir auch die nationalen Themen.“ Dabei nutzen Heiß und seine Mitarbeiter unter anderem ein kleines Lager im österreichischen Herzogenburg, um die Filialen in der Alpenrepublik mit nationalen Themen zu bestücken. Auch dort will Müller im laufenden Jahr weiter wachsen: Drei bis vier Häuser sollen noch eröffnet werden. Derzeit steht für Heiß deshalb die Zusammenarbeit mit den Anbietern Österreichs im Fokus. Und seit Jahresbeginn meldet Müller seine Abverkäufe auch an Österreichs Media Control.

Zur Expansion im In- und Ausland erläutert Heiß, dass sich nicht für jeden Standort eine Multimedia-Abteilug lohnt. In der Regel bestehe eine Filiale zunächst aus der Drogerie, über weitere Abteilungen entscheide der Standort und die Mitbewerbersituation. Außerdem spielt die Fläche der Filalen eine bedeutende Rolle: „Wir haben die Möglichkeit, verschieden große Sortimente auszuwählen.“ Die kleinste Multuimedia-Abteilung umfasse dabei einen Stamm von bis zu 4000 verschiedenen Artikeln, die Flaggschiffe des Unternehmens in München und Nürnberg hätten dagegen ein komplettes Sortiment mit mehr als 40.000 verschiedenen Titeln und ergänzten dieses auch direkt über die Hersteller. „Es gibt bei uns auch kleine Häuser, die sehr umsatzstark sind, bei denen die Tonträgerabteilung aber aufgrund der vorhandenen Geschäftsfläche nicht weiter wachsen kann.“

Im Fokus von Heiß steht auch künftig der Umsatzbringer DVD: „Wir wollen weiterhin versuchen, diesen Trend zu verfolgen. Dabei wollen wir aber die Fehler der Mitbewerber, die VHS-Cassette ganz herauszunehmen, nicht wiederholen. Dies danken uns die Kunden derzeit sehr“, erläutert Heiß. In einem äußerte sich Heiß zudem zu den Licht- und Schattenseiten des DVD-Geschäfts.