Recorded & Publishing

MTV übernimmt Viva

Der US-Medienkonzern Viacom hat vergangene Woche 75,8 Prozent der Viva-Media-Anteile übernommen. Nun stehen bei MTV und Viva Einschnitte an. Die insgesamt vier Kanäle beider Sender sollen neu positioniert werden.

Neben den Viva-Großaktionären, darunter Time Warner mit 31 Prozent und Universal Music mit 15,3 Prozent, hat auch Viva-Chef Dieter Gorny seinen Anteil verkauft. Der von Viacom gebotene Preis pro Viva-Aktie liegt mit 12,65 Euro über dem Mittwochsschlusskurs von zwölf Euro. Damit ist Viva Media 308,8 Mio. Euro Wert.

Laut Catherine Mühlemann, Managing Director MTV Central & Emerging Markets, werden die vier Sender MTV, MTV2 Pop, Viva und Viva Plus nicht in ihrer heutigen Form bestehen bleiben. Zwar bleiben die Marken MTV und Viva erhalten, und auch die beiden Sendezentren in Köln und Berlin würden nicht aufgegeben, dennoch soll ein von MTV- und Viva-Managern gemeinsam betriebenes Integrationskomittee in den nächsten Monaten eine Neupositionierung der vier Kanäle ausarbeiten.

Dabei sollen laut Mühlemann „zwei bis drei“ Musiksender herauskommen, für den oder die restlichen Kanäle sollen neue Inhalte gefunden werden. MTV- und Viva-Programme sollen so ein größeres Spektrum unterschiedlicher Fernsehgenres abdecken. „Dies schließt die Förderung und die Entwicklung deutscher Musik, deutscher Künstler sowie der deutschen Musikindustrie ein“, erläuterte die MTV-Chefin. Mühlemann und Gorny sollen künftig die zusammengeführten Geschäftsaktivitäten gemeinsam verantworten. Viacoms Co-President und Co-Chief Operating Officer Tom Freston resümierte: „Der Erwerb von Viva Media ist ein bedeutender strategischer Vorstoß.“ Deutschland sei als größter TV-Werbemarkt „ein Schlüsselfaktor für die Wachstumspläne von MTV Networks in Europa“.