Die Debatte über den Einsatz von DRM-Systemen im Downloadgeschäft ebbt nicht ab. Neue Enthüllungen zeigen, wie nahe EMI vor der Abschaffung der digitalen Kopiersperren stand.
Laut einem Bericht der Agentur Bloomberg verhandelte EMI bereits seit einiger Zeit intensiv mit Microsoft, Apple, RealNetworks, Yahoo!, Amazon und anderen Downloadhändlern über Lizenzen für den Verkauf von mp3-Ware. Schon am 9. Februar wollte der britische Major eigentlich mit einer entsprechenden Ankündigung an die Öffentlichkeit gehen – fünf Tage vor der jüngsten Gewinnwarnung des Unternehmens.
Doch die Onlineanbieter machten EMI einen Strich durch die Rechnung: Zu hoch seien die Vorschussforderungen gewesen, heißt es. EMI wollte zusätzlich zu den üblichen Großhandelspreisen für seine Downloads eine Vorauszahlung von den Händlern als Gegenleistung für den Verzicht auf DRM. Um welche Beträge dabei gefeilscht wurde, ist nicht bekannt, doch keiner der Downloadverkäufer wollte durch derartige Zusatzbelastungen seine ohnehin schmalen Margen gefährden oder die Zusatzkosten an die Kunden weitergeben. Die Händler sollen EMI ein Gegenangebot unterbreitet haben, das den Briten aber zu niedrig war.
Weil sich parallel zu den Verhandlungen über DRM-freie Downloads auch wieder ein Zusammenschluss mit der Warner Music Group (WMG) anbahnte, sollen die Äußerungen von WMG-Chef Edgar Bronfman jr. zum Thema DRM die Gespräche zusätzlich erschwert haben. Bronfman hält nichts von einem Abschied von DRM.
Dennoch geben sich einige Downloadhändler weiterhin zuversichtlich. David Pakman, CEO von eMusic, dem international erfolgreichsten Mitbewerber von iTunes, ist davon überzeugt, dass sich die Branche noch vor Jahresfrist vom DRM-Dogma verabschieden wird. „Ich bin fest davon überzeugt, dass DRM das Downloadgeschäft bremst“, sagte Pakman dem „Independent“. Die Kunden erwarteten, dass sie ihre digitale Musik ebenso universell verwenden können wie CDs. Pakmans Einschätzung nach dem baldigen Ende von DRM teilen auch die Verantwortlichen bei Yahoo! Music und RealNetworks.





