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Motorolas ROKR rockt zu leise

Das Zweckbündnis zwischen Apple und Motorola wird dieser Tage auf die Probe gestellt. Angeblich ist man beim Handyfabrikanten wenig erbaut über den Erfolg des iPod nano, der zeitgleich mit dem iTunes-Handy ROKR auf den Markt kam. Außerdem fürchtet man, dass Apple demnächst in Motorolas Marktrevier wildern könnte.

Das Zweckbündnis zwischen Apple und Motorola wird dieser Tage auf die Probe gestellt. Angeblich ist man beim Handyfabrikant wenig erbaut über den Erfolg des iPod nano, der zeitgleich mit dem iTunes-Handy ROKR auf den Markt kam. Außerdem fürchtet man, dass Apple demnächst in Motorolas Marktrevier wildern könnte. CEO Ed Zander sagte am Rande einer Podiumsdiskussion des MIT, er erwarte, dass Apple schon bald ein selbst entwickeltes Smartphone auf den Markt bringen wird, das mit den Motorola-Handys in Konkurrenz treten wird. „Das ist nur eine Frage der Zeit.“

Doch bange macht das den Motorola-Boss nicht. Apple sei eben gleichzeitig Partner und Mitbewerber. Noch vor wenigen Tagen hörte sich das weniger diplomatisch an. Zander soll gesagt haben: „Was zum Teufel kann der nano denn? Wer hört sich schon 1000 Songs an?“ Dem Vernehmen nach war Zander nicht sonderlich begeistert darüber, dass die Vorstellung des iTunes-Handys erst monatelang verzögert wurde und dann bei der tatsächlichen Produktpräsentation vor drei Wochen schließlich der iPod nano dem Motorola ROKR die Schau stahl.

Seine Äußerungen seien völlig aus dem Zusammenhang gerissen worden, sagt Zander heute. Man habe ein „großartiges Verhältnis“ mit Apple, er kenne Steve Jobs seit 15 Jahren. „Klar gibt es da ein paar Spannungen. Wir haben den ROKR, und die haben den nano.“ Seiner Ansicht nach seien die Kunden eher scharf auf Geräte, die mehr können, als einfach nur Musik abzuspielen. Dieses Konsumentenverhalten könne man in weiter entwickelten Mobilfunkmärkten als den USA schon jetzt deutlich beobachten. Ungeachtet dessen scheint man bei Motorola und beim Mobilfunkpartner Cingular Wireless vom Anfangserfolg des ROKR eher enttäuscht zu sein. Auf die Frage nach den Verkaufszahlen des iTunes-Handys erwiderte Cingular-COO Ralph de la Vega jüngst: „Das dauert ein wenig, bis das anläuft.“

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