Hinter dem mehrfach verschobenen Debüt von Motorolas iTunes-Handy steckt die Verweigerungshaltung der großen Mobilfunkanbieter. Wie MusikWoche bereits Ende März berichtet hatte, sträuben sich die Marktführer der mobilen Kommunikation in USA und Europa weiterhin gegen die direkte Einkaufsfunktion der Geräte in Apples iTunes Music Store. Wie das Magazin „Business Week“ nun in seiner kommenden Ausgabe berichtet, haben die amerikanischen Provider Cingular Wireless, nach der Fusion mit AT&T Wireless die Nummer eins am US-Markt, Sprint und Verizon Wireless Motorola bereits einen Korb gegeben: Sie wollen die iTunes-Handys ihren Kunden gar nicht erst anbieten – zumindest nicht zu den üblichen stark subventionierten Konditionen.
Stattdessen planen die drei Unternehmen ihre eigenen Downloadshops, in denen Songs im mobilen Einkauf voraussichtlich mindestens zwei Dollar kosten sollen. Damit reduzieren sich die Vertriebshoffnungen für den Gerätehersteller auf die Mobilfunkfirmen Nextel und T-Mobile, wobei amerikanische Marktbeobachter die US-Tochter der Deutschen Telekom als wahrscheinlichsten Kooperationspartner sehen.
Ob T-Mobile angesichts der Musicload-Aktivitäten der Konzernschwester T-Online tatsächlich eine iTunes-Anknüpfung verfolgen wird, bleibt eher fraglich. Und Vodafone als Marktführer dürfte wohl auch kaum auf eine derartige Zusammenarbeit erpicht sein: Mit Vodafone live! betreibt die Firma, die als Gesellschafter an Verizon Wireless beteiligt ist, schließlich auch ihr eigenes Konzept zum mobilen Medienverkauf.
iTunes-Handy wirft weiter Fragen auf (29.03.05)





